Genuss : Vom Computer zur Eismaschine

Wenn man Ralf Casamassa fragt, was wirklich gutes Speiseeis ausmacht, kommt die Antwort schnell: „Handwerklich gut gemachtes Speiseeis ist kein Hexenwerk. Neben guten Zutaten sind Leidenschaft und Geduld die wichtigsten Eigenschaften, die ein Eismacher mitbringen muss.

Dazu kommt ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Man muss auch bei großen Produktionsmengen immer die gleich hohe Qualität beibehalten. Das ist eine Herausforderung.“ Dieser Herausforderung stellt sich der Kölner mit italienischen Wurzeln gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang in der eigenen Eismanufaktur „Casa Vecchio“, die im Juni an den Start gegangen ist.

„Vor drei Jahren haben wir in einer Hinterhofgarage in Pulheim mit dem Eismachen begonnen. Wir konnten von einem Eiscafé das Inventar inklusive der Eismaschine übernehmen. Auch die Rezepte hat uns der frühere Inhaber überlassen. Wir haben auf unser Eis direkt eine gute Resonanz bekommen und die Nachfrage ist stetig angestiegen. Es kamen auch Kunden aus der Gastronomie und der Hotellerie dazu. So haben wir zum Beispiel den Gertrudenhof als Kunden gewinnen können.“

Modernes Eislabor
in Porz-Westhoven

Schnell wird klar, dass die beengten Räumlichkeiten in Pulheim nicht mehr ausreichen. Die Chance in deutlich größere Räume in Porz-Westhoven umzuziehen, kommt Ende des vergangenen Jahres gerade richtig. „Das war eine große Halle, in die wir unser hochmodernes Eislabor hineingebaut haben. Eigentlich wollten wir schon im Frühjahr durchstarten, aber der Corona-Lockdown hat dies verhindert. Jetzt ging es im Juni endlich los“, sagt Casamassa. Zu seinen Kunden zählen inzwischen auch das Gut Clarenhof und der Kultkiosk „Köski Royal“ in Braunsfeld. Dazu zählt im Handel außerdem der Bio-Genussmarkt Temma mit seinen Filialen an der Schönhauser und an der Aachener Straße.

Ursprünglich hat Ralf Casamassa als Softwareentwickler gearbeitet. „Aber die Arbeit als Eismacher hat mir besser gefallen als die Arbeit vor dem Computer. Deshalb habe ich im neuen Beruf eine Ausbildung gemacht und einen tollen Lehrmeister bekommen, der mir das Handwerk wirklich optimal beigebracht hat.“ Inzwischen bietet „Casa Vecchio“ auch einen Bringservice für Privatleute und Büros an, der auf dem Kölner Stadtgebiet kostenlos ist. Bestellt wird einfach online.

Noch ist der Betrieb nicht bio-zertifiziert, das soll sich aber bald ändern. „Wir verwenden nur Naturprodukte in Bioqualität und aus nachhaltiger Produktion. Das gilt für Milch, Zucker und Sahne genauso wie für die Früchte, die wir tiefgekühlt geliefert bekommen. So haben wir eine gleichbleibende Qualität. Vor der Produktion werden diese eine Nacht in Zucker eingelegt“, sagt Casamassa, während sein zweiter Eismacher Carsten Klopfer gerade die Masse für ein Erdbeereis zubereitet. Verzichtet wird außerdem auf jegliche Konservierungsstoffe. Das Eis wird zunächst nach der Produktion in der Eismaschine schockgefrostet, bevor es in die Tiefkühlung kommt, „So erhalten sich die Strukturen im Eis und es bilden sich keine Kristalle.“

Bei den Eissorten gibt es Klassiker wie Schokolade, Himbeere oder Vanille in 15 Grundsorten genauso wie Extrasorten wie das beliebte Salt-Caramel, Lakritze oder Bisquit & Cookies. „Für Großkunden sind wir jederzeit bereit, auch neue Sorten zu produzieren. So gibt es für Kölner Ginmanufaktur Ginsanity auch das Gineis „for adults only“ aus dem Raspberry Gin. „Im Prinzip sind uns bei den Zutaten keine Grenzen gesetzt.“ Zum Sortiment gehören auch vegane Eissorten. Gerade entwickelt Casamassa zudem seine neuen Wintersorten. „Inzwischen wird Eis das ganze Jahr über gegessen. Das sieht man auch an den skandinavischen Ländern, wo doppelt soviel Eis gegessen wie hier in Mitteleuropa.“

Weitere Informationen gibt es online unter:

www.casavecchio.de