Messe : Viel Power aus der Steckdose

Auf der Kölner Messe Intermot zeigen die Hersteller in Deutz ihre Lösungen für E-Mobilität auf zwei Rädern.

Wer an Motorräder denkt verbindet das meist mit röhrenden Motoren, blitzendem Chrom und Hochgeschwindigkeit auf zwei Rädern. Dass es auch möglich ist, ganz leise und umweltschonend unterwegs zu sein, zeigen noch bis zum kommenden Sonntag einige Hersteller auf der Motorradmesse Intermot in Köln. Aktuell liegt der Marktanteil ähnlich wie bei den Pkw bei etwa zwei Prozent – die Nachfrage steigt aber stetig.

Dabei muss man nicht unbedingt nur langsam unterwegs sein. Die Motorräder des italienischen Herstellers Energica sind bis zu 240 Stundenkilometer schnell und echte Sportmaschinen. Von Null auf Hundert geht es in gerade mal drei Sekunden. Geladen werden die Bikes dank Schnelllademodus in 15 bis 25 Minuten. Sie haben eine Reichweite von bis zu 130 Kilometern. Wo es die nächste Ladestation gibt, erfährt der Fahrer über seine App, die es zum Motorrad gibt. Billig ist dieses aber nicht, es kostet zwischen 25.000 und 30.000 Euro.

Der Marktführer in Sachen E-Motorrad heißt Zero, kommt aus Kalifornien und ist dort als Start-up ganz klassisch in einer Garage gestartet. Der erste Versuch zur E-Mobilität gelang in den USA einem früheren Nasa-Ingenieur mit einem Mountainbike und dem Motor einer Waschmaschine. Heute kann man vier Serienmodelle anbieten, die auch geländetauglich sind. Und die sind gefragt – im laufenden Jahr verzeichnet man ein Wachstum von 45 Prozent. Die Maschinen kosten zwischen 12.000 und 19.000 Euro. Sie haben eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern.

E-Roller sind in den
Großstädten beliebt

Gerade in Großstädten beliebt sind die E-Roller. Auf der Intermot hat der Remagener Hersteller Kumpan den Roller 1954 Ri Sport vorgestellt, der bis zu 100 Stundenkilometer schnell ist. Bislang wurden bis zu 45 Stundenkilometer erreicht. Der Roller ist aber nicht nur schnell, sondern auch ziemlich stylish und steht beim Design den Klassikern in Nichts nach. Er hat mit seinen drei Akkus unter der Sitzbank eine Reichweite von 120 Kilometern und kostet knapp 7000 Euro. Die kleinere Variante gibt es für knapp 5000 Euro.

Neue E-Roller hat auch Kymco in Köln präsentiert. Vorgestellt wurde zudem das neue Konzept namens iONEX , das Probleme bei der Reichweite und der Ladezeit beheben soll. Jeder Roller hat eine feste Kernbatterie und zwei herausnehmbare Akkus. Das Konzept hat zudem die Vision einer flächendeckenden Infrastruktur mit öffentlichen Ladestationen, bei denen man auch Zusatzakkus mieten kann. Vorgestellt wurde auch ein neuartiges Cockpit, das den Roller in ein fahrendes Smartphone verwandeln soll.

Service: Die Intermot läuft noch bis zum kommenden Sonntag (Zugang über den Messeingang Nord). Die Tageskarte kostet 19 Euro. Jugendliche (12 bis17 Jahre) zahlen 3.50 Euro. Kinder haben freien Eintritt. Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr. Das Thema E-Mobilität findet sich in den Hallen 7 und 8.

Termin-Tipp: Heute abend gibt es in der Lanxess-Arena die Night of the Jumps, bei der die Freestyle-Motocross-Profis im sechsten WM-Lauf um den Titel kämpfen. Gute Chancen hat hier der deutsche Fahrer Luc Ackermann. Das Arena-Ticket berechtig auch zum Tageszugang bei der Intermot. Weitere Infos zur Messe und zum Wettkampf finden sich online unter: