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Hotel: Übernachten mit Sicherheitsabstand

Hotel : Übernachten mit Sicherheitsabstand

Seit dem 20. März waren beim Park Inn wie bei den anderen knapp 300 Kölner Hotels die Pforten für Gäste wegen der Coronakrise geschlossen. Jetzt ist das Hotel an der Inneren Kanalstraße zumindest für Geschäftsreisende wieder geöffnet.

Es gehörte zu den ersten Kölner Häusern, die sich zu diesem Schritt entschlossen haben. „Das hat bei uns nicht in erster Linie wirtschaftliche Gründe. Uns geht es vor allem darum den Ausbildungsbetrieb aufrechtzuerhalten. Das gilt insbesondere für die Auszubildenden im Haus, die sich im dritten und letzten Lehrjahr befinden“, sagt Hoteldirektor Michael Lachmann.

Im Durchschnitt sind seit der Wiedereröffnung vor zwei Wochen täglich 14 bis 20 der insgesamt 205 Zimmer belegt. Normal wäre eine Auslastung von 70 bis 80 Prozent der 410 Betten, die das Hotel anbieten kann. „Das ist eine ziemlich überschaubare Menge, es gibt nur wenig Bewegung an der Rezeption. Wichtig ist jetzt vor allem, dass sich die Gäste in der Coronazeit bei uns sicher fühlen. Dafür tun wir sehr viel.“

Umfangreiche Schutzmaßnahmen für Gäste und Mitarbeiter

Entsprechend anders ist im Moment das Erlebnis Hotel sowohl für die Gäste als auch für die Mitarbeiter, die mit einem kleinen, jungen Kernteam vor Ort sind. Das beginnt schon direkt nach dem Eingang bei den vielen Hinweisschilder für den vorgeschriebenen Mindestabstand und den entsprechenden Markierungen auf dem Boden vor der Rezeption. „Wir haben alle Mitarbeiter mit Schutzmasken und Handschuhen ausgestattet und bieten Masken auch den Gästen an, insofern sie nicht schon mit Mundschutz anreisen. Beim Check-In halten wir den größtmöglichen Abstand und haben die Rezeption mit Plexiglasscheiben ausgestattet“, berichtet Lachmann.

Bei der Belegung der Zimmer wird darauf geachtet, dass zwischen belegten Zimmern immer ein Zimmer frei bleiben muss. Außerdem werden diese nur mit einem Tag Abstand neu vergeben. „Wir desinfizieren die Räume bei der Reinigung sehr gründlich – entsprechend der Vorschriften. Bleiben Gäste mehrere Tage bei uns, verzichten wir auf den Zimmerservice, um die größte mögliche Distanz halten zu können.“

Auch in den Aufzügen dürfen maximal zwei Personen mitfahren und das Frühstücksbuffet wurde zugunsten des Frühstücks auf dem Zimmer verzichtet, das im Preis inklusive ist. Dieses wird kontaktlos übergeben. Alternativ können die Gäste in NRW sich das Frühstück auch im Restaurant auch am Tisch servieren lassen. In anderen Bundesländern ist das so derzeit noch nicht möglich. Im Restaurant gibt es den entsprechenden Abstand zwischen den Tischen. Der Check-out ist aktuell auch per Mail vom Zimmer aus möglich. Die Rechnung wird dann online verschickt.

Perspektive für die
Auszubildenden im Hotel

„Es ist wichtig, dass unsere Auszubildenden jetzt mit der Wiedereröffnung eine Perspektive haben. Der Großteil der Mitarbeiter bleibt weiter in Kurzarbeit. Bis wir wieder da hinkommen, wo wir vor der Krise standen, wird es lange dauern. Wirtschaftlich ist die Wiederöffnung jetzt ganz sprichwörtlich nur der Tropfen auf den heißen Stein. Die Schließung am 20. März hat uns kalt erwischt. Ich hätte nicht erwartet, dass das so kommen würde“, sagt Lachmann.

Es sei jetzt wichtig, vonseiten der Politik Perspektiven für die Hotelbetreiber und Gastronomen zu schaffen und zu erklären, was die Voraussetzungen für den Betrieb der Restaurants und Hotels sind. „Ganz zentral ist für uns, ab wann Menschen wieder als Touristen unterwegs sein dürfen. Das ist gerade für eine Stadt wie Köln wichtig. Bitter ist für uns, dass mit dem Tagungs- und Messesegment ein weiterer, für uns sehr bedeutsamer Bereich im Moment nicht mehr existiert.“

Um die aktuellen Ausfälle besser verkraften zu können, hat man als Hotelbetreiber ein KfW-Darlehen beantragt. „Da wurden wir von unserer Hausbank, der Sparkasse Köln/Bonn, optimal unterstützt. Vor Ostern hatten wir den Antrag gestellt und ihn kurz nach den Feiertagen auch bewilligt bekommen. Das ist für den Betrieb ganz zentral.“

Bei den Pacht- und Mietverpflichtungen habe man über Stundungen eine Lösung gefunden. „Aber auch hier werden wir finanzielle Unterstützung von der Politik brauchen, denn die großen Umsätze sind vorerst nicht erwarten, da brauchen wir einen langen Atem.“ Seine Mitarbeiter hält Lachmann über Infoveranstaltungen jeden Monat auf dem Laufenden. „Wir wollen die Jobs hier unbedingt erhalten. Aber wir wissen auch, dass Instrumente wie die Kurzarbeit nur vorübergehend möglich sind. Auch deshalb brauchen wir von der Politik dringend eine Perspektive, um zu wissen, wie es für uns weiter geht“, betont der Hoteldirektor.