Schenkungen : Stadtrat nimmt Schenkungen an

Artothek und RJM dürfen sich über neue, seltene Werke für ihre Sammlung freuen.

In europäischen Museen selten zu findende indische Miniaturmalereien bereichern künftig die Sammlung des Rautenstrauch-Joest-Museums. Der Rat der Stadt hat 29 Folios aus Indien als Schenkung angenommen, die dem Betrachter aufgrund der Detailtreue und Ästhetik nicht nur eine wahre Augenfreude bieten, sondern einen Einblick in den kulturhistorischen Kontext ermöglichen. Die Skizzen und Vorlageblätter können Hinweise auf die Herstellungsprozesse von Miniaturen geben. Der Gesamtwert der Schenkung liegt bei rund 60.000 Euro. 

Schwerpunkt der Sammlung liegt auf indischer Miniaturmalerei

Das Rautenstrauch-Joest-Museum erhielt bereits mehrfach großzügige Schenkungen von Prof. Ludwig Habighorst. „Dank der vorangegangenen und der heutigen Schenkungen von Prof. Habighorst und der Schenkung hochwertiger Jain-Miniaturen, die wir letztes Jahr annehmen durften, konnten wir einen neuen Sammlungsschwerpunkt auf indische Miniaturmalerei setzen“, freut sich Nanette Snoep, Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museuems, und ergänzt: „Wir bedanken uns für das Vertrauen und die neue Schenkung. Die Sammlung ermöglicht uns einen tieferen Einblick in die künstlerische Arbeit der indischen Miniaturmalereiwerkstätten. Sie ist eine erneute Bereicherung für die Sammlung des RJM.“ 

Die Zeichnungen dienten sehr unterschiedlichen Zwecken - als Planungsskizzen, Vorzeichnungen, Werkstattarchiv, zu Übungszwecken, als Architekturzeichnungen, Designvorlagen für Textil- und Metallobjekte und gestichelte Zeichnungen zur Reproduktion und Kopie. Einige der Folios wurden bereits in Ausstellungen im Museum Rietberg in Zürich 2010, im Hamburger Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt 2013 und im Kupferstich-Kabinett der Dresdner Residenz 2017 ausgestellt und publiziert. Im Oktober dieses Jahres eröffnet das RJM die Ausstellung „Indische Miniaturmalerei – Aus den Heiligen Schriften der Jainas“ mit Objekten der vorherigen Schenkungen von Prof. Ludwig Habighorst und dem Ehepaar Dr. Eva und Konrad Seitz.

Und auch die artothek kann sich über eine Schenkung freuen. Die Sammlung wird um 70 hochwertige Grafiken, Gemälde und Kleinskulpturen erweitert – Arbeiten international renommierter Künstler wie Claes Oldenburg, Robert Indiana und Felix Droese, Wolfgang Tillmans, Rainer Gross, Rainer Fetting, Tomi Ungerer, Michelangelo Pistoletto und Günter Fruhtrunk. Der Rat hat die Schenkung angenommen. Der Förderverein „Freunde der artothek Köln“, der die artothek seit 25 Jahren unterstützt, hatte sein Mitglied Klaus Benden dafür begeistern können, die Kunstwerke aus seiner Sammlung der artothek zu schenken. 

Susanne Laugwitz-Aulbach, Dezernentin für Kunst und Kultur, freut sich besonders darüber, dass die artothek nun ein Exemplar des Multiples „Kunst Köln Markt“ von Robert Indiana besitzt: „Es wurde 1967 anlässlich der ersten Kunstmesse in Köln herausgegeben. Hiermit schließt sich ein inhaltlicher Kreis zu eben der Kunstszene in Köln, die die Gründung der artothek 1973 unterstützt und befördert hat.“ 

Die artothek bietet als Einrichtung der Stadt seit 1973 die Möglichkeit, Kunst aus ihrem Bestand, der über 1500 Werke umfasst, auszuleihen. Die Nutzer können die Neuzugänge ab Sommer ausleihen. Bis dahin werden die Arbeiten mit Hilfe der „Freunde der artothek Köln“ gerahmt. Die Werke können dann – wie üblich – für sechs Euro ausgeliehen und zehn Wochen mit nach Hause genommen werden.

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