Schauspiel: Zurück in die Zukunft

Intendant Stefan Bachmann stellt den neuen Spielplan vor und hält fest am Eröffnungstermin des Opernquartiers.

Köln. Noch haben am Offenbachplatz die Bauarbeiter das Sagen, bis zum 7. November sollen aber zumindest die Oper und das Schauspiel eröffnet werden. Das Neue Haus und die Kinderoper werden dann im Lauf der neuen Spielzeit folgen. „Das wird verdammt eng und jeden Tag wird es enger. Aber es wichtig, dass wir am 7. November als Eröffnungstermin festhalten“, zeigt sich Schauspiel-Intendant Stefan Bachmann zuversichtlich. Am Mittwoch stellte er den neuen Spielplan für sein Haus vor.

„Das wird wieder ein richtig schöner Ort“, sagt er mit Blick auf den Platz zwischen dem Schauspiel und der Oper. Dazu gehört der Bar- und Café-Bereich des neuen Hauses, in dem die Pressekonferenz stattfindet genau so wie der Platz davor, wo es künftig Außengastronomie geben soll. Die Kantine des Opernquartiers wird öffentlich zugänglich sein. „Die Freude über die Rückkehr ist groß, es wird aber ein steiniger, nervenaufreibender Pfad werden“, da ist sich Bachmann sicher.

Dreimal in den vergangenen vier Jahren musste sein Betrieb umziehen. „Das ist schon eine Zerreißprobe“, sagt der Intendant und dankt seinem Team. Die Rückkehr an die Hauptspielstätte in der City steht für ihn unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“, aber auch in die Vergangenheit: denn die Riphahn-Gebäude sollen wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen - ein Bühnenerlebnis, das es so schon lange nicht mehr in Köln gegeben hat.

Mit der auslaufenden Spielzeit zeigt man sich sehr zufrieden: 120 000 Zuschauer kamen ins Depot nach Mülheim — ein Ort, dem man anfangs nur wenig Potenzial für die Hochkultur vorausgesagt hatte. Jetzt konnte man die Zahlen um 36 Prozent steigern und damit den Aufwärtstrend weiter fortsetzen.

Bachmann spricht sich auch diesem Grund klar dafür aus, mit dem Schauspiel weiter in Mülheim zu bleiben, in der kommenden Spielzeit soll es dort zwei Premieren geben. Auch als Probebühne ist das Carlswerk wichtig, zumal die Halle Kalk derzeit nicht genutzt werden kann und deren Zukunft weiter ungewiss ist. „Wir verhandeln gerade wegen eines langfristigen Mietvertrags für das Depot“, berichtet Bachmann.

In der kommenden Spielzeit wird es zahlreiche Ur- und Erstaufführungen geben. Hier einige Highlights:

Exodus (Premiere 7. November): Auf der Basis von Texten aus dem 2. und 5. Buch Moses eröffnen Stefan Bachmann und sein Ensemble mit einem theatral-performativen Großprojekt über Sklaverei und Freiheit, Flucht und Utopie, über Aufbruch und Heimkommen, die neue Spielzeit am Offenbachplatz.

3.31.93 (Deutschsprachige Erstaufführung: 12. November): Im Stück von Lars Norén, das von Moritz Sostmann inszeniert wird, geht es um Vergänglichkeit und Hoffnung in der Großstadt. Mit 26 Figuren ist es ein wahrhaft monumentales Stück.

Kimberly (Uraufführung: 11. Dezember): Mit dem Stück betritt das Schauspiel unter der Regie von David Schalko die Welt des Musicals, allerdings in einer eher schrägen und merkwürdigen Form weitab vom Mainstream. Basis des Stücks ist die „Eisprinzessin“, die ihre beiden Geliebten in einem realen Fall ermordet und eingemauert hat.

Glaubenskämpfer (Uraufführung: 27. Februar): Als Stück für die Stadt versteht sich die Inszenierung von Nuran David Calis an dem Ort, der sich genau in der Mitte eines Dreiecks zwischen Dom, Zentralmoschee und Synagoge in Köln befindet. Es geht darum, was der Glaube in all seinen Facetten in der Großstadt heute bedeutet.

Troilus und Cressida (Premiere: 29. Januar): Das Stück von William Shakespeare spielt mitten im Trojanischen Krieg. Die komplett unheldenhaften Helden befinden sich ein einer Situation, in der nichts mehr geht und in der man sich am Ende doch für die sinnlose Schlacht entscheidet. Inszeniert wird das Stück von Rafael Sanchez.