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Spannung: „Rosenmontag“: Mord im Kölner Karneval

Spannung : „Rosenmontag“: Mord im Kölner Karneval

Im Kölner Karneval steht in Jahr 1823 eine Zeitenwende an – im Januar plant man in der Domstadt den ersten Maskenumzug an Rosenmontag. Im Festordenden Komitee treffen sich die einflussreichen Kölner, um das Großereignis vorzubereiten.

Der Verleger Markus Du Mont ist genauso dabei wie der Kunstsammler Ferdinand Franz Wallraf, der Parfümhersteller Johann Baptist Farina oder der Präsident der Armenverwaltung Everhard von Groote. Den Vorsitz hat der einflussreiche Heinrich von Wittgenstein übernommen.

Von den Preußen, die jetzt die Macht am Rhein haben, wird das närrische Treiben in Köln mit großem Misstrauen verfolgt. Insbesondere der preußische Polizeipräsident Karl Philipp von Struensee würde den Umzug gerne untersagen. Ganz anders sieht das sein aus Potsdam stammender Kommissar Gustav Zabel, der dem Komitee angehört. Seine Frau stammt aus einer Ratinger Unternehmerfamilie und hat sich an der Seite von Zabel schnell in Köln eingelebt.

In Zabel steckt zwar immer noch der Preuße, aber er hat mit Du Mont und von Wittgenstein gute Freunde in der Domstadt gewonnen, denen er voll vertrauen kann. Absolut loyal verhält sich der Kommissar zum Prinzen Friedrich von Preußen, der den Maskenumzug bereits genehmigt hat. Allerdings dürfen der Adel nicht verunglimpft und das preußische Militär nicht persifliert werden.

Aus dem Prinz Carneval wird
in Köln 1823 der Held Carneval

Umso besorgter ist Zabel, als das Festordnende Komitee den Prinz Carneval an Rosenmontag auf die Kölner Straßen schicken möchte, der von elf uniformierten Karnevalisten begleitet wird. Zum Glück einigt man sich in der Weinstube an St. Ursula darauf, aus dem Prinzen einen Helden zu machen und die nicht ganz so ernst zu nehmenden Kölner Stadtsoldaten bewaffnet mit Holzgewehren mit Nelken im Lauf wieder aufleben zu lassen.

Doch dann sorgen zwei Verbrechen in Köln für große Unruhe und drohen die Pläne für den ersten Rosenmontagszug noch kurzfristig scheitern zu lassen. Zunächst wird bei einem Einbruch in der Domschatzkammer ein wertvolles Vortragekreuz gestohlen. Dann findet die Polizei im Becken des Freihafens die schlimm zugerichtete Leiche des Stoffhändlers Jean Zimmer.

Ein Schuldiger ist schnell ausgemacht – der berüchtigte Herr der Kölner Unterwelt, der brutale Zuhälter Arthur Schmoor hatte geschworen, das Vortragekreuz zurückzuholen und den Täter zu bestrafen. Bislang hatte es noch niemand gewagt, sich ihm in den Weg zu stellen. Doch gemeinsam mit seinem Kölner Kollegen Bartmann findet Zabel den Zuhälter und verletzt ihn bei der Festnahme schwer.

Der Fall scheint gelöst und der Rosenmontag gerettet. Doch dann wird Zabel von der Prostituierten Cécile Travail angesprochen, die Zweifel an der Schuld ihres langjährigen Beschützers Schmoor hat. Bei den Ermittlungen findet Zabel heraus, dass der Ermordete ein perfides Geschäft mit der Erpressung der Kölner Oberschicht betrieben hat, die er um deren Erfolg und Ansehen beneidet hat. Findet sich der Mörder in den höheren Kreisen der Domstadt?

Der Autor gehört
zu den Roten Funken

„Rosenmontag“ lautet der Titel des historischen Kölner Kriminalromans, mit dem Autor Lorenz Stassen seine Leser auf eine spannende wie unterhaltsame Zeitreise mit ins Jahr 1823 nimmt. Und der gebürtige Solinger Stassen, der als Drehbuchautor und Schriftsteller arbeitet, ist ein jecker Insider. Seit 1992 lebt er in Köln und gehört dort dem Traditionskorps der Roten Funken an, die im kommenden Jahr ihr 200-Bestehen mit einem eigenen Dreigestirn feiern können.

 

Lorenz Stassen: Rosenmontag, Ullstein-Verlag, 416 Seiten, 11.99 Euro