IHK : Pandemie trifft Kreativbranche hart

Die neue Standortanalyse zur Kultur- und Kreativwirtschaft im IHK-Bezirk Köln zeigt die dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die zugehörigen Branchen. Nach Berechnungen der Prognos AG im Auftrag der IHK Köln ist der Umsatz in den elf Teilmärkten insgesamt von rund 9,5 Milliarden Euro im Jahr 2019 um 18 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro im Jahr 2020 zurückgegangen.

Naturgemäß sind einige Teilmärkte wie die darstellende Kunst mit minus 85 Prozent, der Musikmarkt mit minus 60 Prozent und die Filmwirtschaft mit minus 58 Prozent deutlich stärker betroffen als etwa der Werbemarkt, der aber noch ein Minus von 13 Prozent verzeichnete. 

„Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für die Region und besonders für die Stadt Köln. Mit der Standortanalyse wollen wir gegenüber der Politik und Öffentlichkeit verdeutlichen, wie kritisch die Situation für viele Unternehmen aus diesem Bereich seit Beginn der Pandemie war und ist“, sagt Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Köln. 

Eine herausragende Rolle unter den Teilmärkten spielt die Medienwirtschaft, die in der aktuellen Standortanalyse gesondert betrachtet wird. Sowohl die Umsätze als auch die Zahl der Beschäftigten in zugehörigen Unternehmen der Region sind zwischen 2013 und 2019 entgegen dem Landes- und Bundestrend noch gestiegen. Schon in den Jahren 2014 und 2018 hat die IHK Köln die Struktur der Kultur- und Kreativwirtschaft eingehend untersucht.

Beide Analysen zeigten die enorme Bedeutung der Branchen für die Region, die durch die neueren Daten wiederum belegt wird: 23 Prozent des gesamten Branchenumsatzes der Kultur- und Kreativwirtschaft von NRW werden im IHK-Bezirk Köln erzielt, und mehr als fünf Prozent der Erwerbstätigen der Gesamtwirtschaft sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig, die im Jahr 2019 knapp 13.300 Selbstständige und Unternehmen mit fast 43.650 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten umfasste. 

Für 2021 ist eine Prognose noch schwierig, da Länge und Ausmaß von Corona-Einschränkungen noch nicht absehbar sind. Die Standortanalyse der IHK Köln enthält drei Lockdown-Szenarien. „Im schlimmsten Fall drohen zum Beispiel den darstellenden Künsten erneut Umsatzverluste von rund 70 Prozent“, sagt Soénius.