Köln : Neues bei der Museumsnacht

Am 24. Oktober öffnen 24 Stationen ihre Pforten. Es gibt ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Köln. Am 24. Oktober gibt es von 19 bis 2.59 Uhr wieder die Museumsnacht Köln, an der sich 45 Institutionen beteiligen. Dazu gehören bekannte Museen genauso wie bislang unentdeckte Kunstorte. Shuttlebusse bringen die Nachtschwärmer zu den Schauplätzen, an denen ein Rahmenprogramm mit 200 Veranstaltungen angeboten wird. Im Anschluss findet im Foyer des Museums Ludwig die große After-Show-Party statt.

So viele Neuzugänge wie in diesem Jahr hatte die Museumsnacht noch nie. Etwa das beeindruckende Ubiermonument. Gerade erst aufwendig renoviert, ist es exklusiv in der Museumsnacht zugänglich: Die ganze Nacht lang können Besucher den Innenraum einer der ältesten antiken Steinbauten nördlich der Alpen entdecken.

In Lichtgeschwindigkeit und mit einer guten Portion Superkraft geht’s von der Antike zu den Superhelden der Neuzeit: Batman, Spiderman, und Co. Für die Museumsnacht zeigt Kölns erstes Comic-Museum, das Cöln Comic Haus, ein exklusives Pre-Opening der neuen Schau „Spider-man”. Ganz andere Glanzlichter der Popkultur gibt es im Sneakermuseum. Dort lässt die große Vans-Retrospektive in schönen Erinnerungen an Skateboardtouren und Festivals schwelgen.

Und nirgends verbindet sich urbane Kunst lebendiger und kreativer als bei Street Art. Fünf frische Murals können die Besucher beim City-Leaks-Parcours erlaufen. Experten stehen an den riesigen Wandkunstwerken in Mülheim für Fragen bereit. Außerdem neu dabei: Der ungewöhnliche Ausstellungsraum Bunker K101 im ehemaligen Ehrenfelder Hochbunker, der frühere Architektur-Salon und ein Highlight moderner Sakralarchitektur, die Kulturkirche Buchforst mit Kunstwerken von René Böll, dem Sohn von Heinrich Böll.

Drei der Ausstellungshighlights sind nur noch am Museumsnachtwochenende zu sehen. Das Museum Ludwig lockt mit einer exklusiven Schau des vietnamesischen Künstlers Danh Võ. Die extra für das Ludwig konzipierte Ausstellung mit dem kryptischen Titel „Ydob eht ni mraw si ti” zeigt das größte zusammenhängende Teil von Võs maßstabsgetreuem Nachbau der New Yorker Freiheitsstatue. Sechs Meter misst der raumgreifende Kupferkorpus. Danh Võ hat ihn in einen spannenden Kontext zu seinen neueren Arbeiten gesetzt.

Das Kölnische Stadtmuseum zeigt eine Beziehungsposse der besonderen Art. mit „Achtung: Preußen! Beziehungsstatus: Kompliziert” unternimmt das Haus eine mentalitätsgeschichtliche Tiefenbohrung. Dort trifft preußische Disziplin auf rheinischen Frohsinn. Auf die Pfade der Liebe begibt sich das Wallraf-Richartz-Museum. In der Sonderausstellung „Amor & Psyche. Über das Begehren” spürt das Wallraf der Faszination dieses antiken Mythos nach — der verbotenen Leidenschaft zwischen Amor und der Königstochter Psyche.

Das Begleitprogramm der Museumsnacht ist vielfältig: Ein echter Hingucker (und Hinhörer) ist der Auftritt des Models, Ex-Vegas-Girls und angehenden Rockstars Eveline Hall im Makk, Museum für angewandte Kunst. In der Museumsnacht präsentiert sie ihr Debütalbum „Just a Name”. Schön kölsch wird’s im Kölnischen Stadtmuseum. Mit bitterböser Satire und jeder Menge Witz rührt Volker Weininiger in seiner Paraderolle als amtlich angetrunkener Sitzungspräsident die Besucher zu Lachtränen.

Ein echter Geheimtipp ist die japanische Musikerin Karin Nakagawa. auf ihrer Koto, einer seltenen 25-saitigen Harfe, nimmt sie ihr Publikum mit auf eine berührende Klangreise durchs traditionelle Japan. step

Service: Das Ticket für die Museumsnacht gibt es im Vorverkauf bei Köln-Ticket für 19,90 Euro (inklusive VRS-Ticket) unter Telefon 0221/2801 sowie an den Abendkassen.

www.museumsnacht-koeln.de