Razzien in NRW: Millionenbetrug: Polizei geht gegen Großfamilie vor

Razzien in NRW: Millionenbetrug: Polizei geht gegen Großfamilie vor

Köln. Bei einer landesweiten Aktion durchsuchten Polizei und Steuerfahndung am Mittwochmorgen fast 70 Objekte in NRW sowie in Rheinland-Pfalz und Österreich. Die Razzia galt einer weit verzweigten Großfamilie, die ihren Sitz in Leverkusen hat.

Die Behörden werfen Mitgliedern des Clans bandenmäßigen Betrug vor.

In NRW standen insbesondere die Städte Neuss (18 Objekte), Köln und Leverkusen (zusammen 15 Objekte) sowie Mettmann und Wuppertal (jeweils acht Objekte) im Fokus.

Wie die Staatsanwaltschaft Köln mitteilt, wurden vier Tatverdächtige im Alter von 42 bis 54 Jahren festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Kreditinstitute im Zusammenhang mit Immobiliendarlehen, Sozialleistungsträger und ältere Menschen betrogen zu haben. Allein in den letztgenannten Fällen gehen die Ermittler von einem verursachten Schaden in Höhe von etwa einer Million Euro aus.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der einschlägig vorbestrafte Haupttäter (42) über Strohleute unter anderem Immobilien im Wert von mehreren Millionen Euro angekauft haben. Dazu soll er Beute aus den genannten Straftaten genutzt haben. Zuvor hatte er an Eides statt versichert, kein Vermögen zu besitzen.

Strohleute sollen für die Täter das durch die Straftaten erworbene Vermögen unter anderem durch Kauf von Luxusfahrzeugen und durch Immobilienankäufe in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht haben, so die Polizei. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.

Bei den Durchsuchungen wurden sieben Luxuskarossen im Wert von etwa 800.000 Euro, mehrere Immobilien, hochwertiger Schmuck und etwa 40.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Neben Wohnungen wurden auch Büros von Steuerberatern und eines Rechtsanwalts sowie Kreditinstitute und Schließfächer durchsucht. Die Haftbefehle gegen die vier deutschen Tatverdächtigen (42, 51, 52, 54) wurden in Leverkusen, Bergisch Gladbach, Monheim (Kreis Mettmann) und Dortmund vollstreckt, so die Polizei. red