Kultur Lichtkunst lässt Artothek in der Altstadt leuchten

Köln · (step) Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Artothek – Raum für junge Kunst ermöglicht der Förderverein „Freunde der Artothek Köln“ ein temporäres Lichtkunstprojekt an der Fassade des Haus Saaleck.

 Die Artothek im Haus Saaleck ist eine Bibliothek für Kunstwerke.

Die Artothek im Haus Saaleck ist eine Bibliothek für Kunstwerke.

Foto: step/Eppinger

Am 16. Oktober findet um 19 Uhr die feierliche Eröffnung der Lichtkunst statt, die bis zum 19. November die Artothek anstrahlt. Im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs wurde von einer Fachjury der Entwurf des Künstlerduos Ursula Molitor & Vladimir Kuzmin prämiert und die Realisierung beauftragt. Der Förderverein stellte 25.000 Euro zur Verfügung, um ein „leuchtendes“ Zeichen für die Artothek in der Kölner Stadtgesellschaft zu setzen. Mit ihrer 50-jährigen Erfolgsgeschichte ist die Artothek eine der ältesten nicht-kommerziellen Kunstausleihen Deutschlands.

Ursula Molitor & Vladimir Kuzmin arbeiten seit 1996 unter dem Namen „molitor & kuzmin“ zusammen. Als formales und inhaltliches Kriterium steht das Licht im Mittelpunkt ihres Schaffens. In groß angelegten Installationen sowie konkreten skulpturalen Bildkörpern visualisieren beide Künstler das Thema Licht. Ihre Arbeiten werden in Galerien, Museen, Kirchen und im öffentlichen Raum im In- und Ausland gezeigt.

Für das Jubiläum der Artothek hat das Künstlerduo einen farbig leuchtenden Ring entworfen. Durch eine spezielle Konstruktion scheint der Lichtring mit einem Durchmesser von fast sechs Metern zu schweben. Er fungiert als Verbindung zwischen dem Außenraum in der Altstadt und dem nicht einsehbaren Innenraum der Artothek, der bei Kunstschaffenden sowie dem Publikum sehr geschätzt wird. Die spätgotische Fassade des Haus Saaleck, das 2010 saniert wurde, trifft innen auf eine 50er-Jahre-Architektur und bildet mit der geschwungenen Empore ein einmaliges Ensemble für die Präsentation von Kunst.

Die Artothek hat seit ihrem Bestehen dort mehr als 400 Ausstellungen gezeigt und über 141.000 Mal wurden zeitgenössische Kunstwerke an Nutzerinnen und Nutzer für ihre Privat- oder Büroräume verliehen. Als Institution mit einem niederschwelligen Zugang zu Kunst bei gleichzeitiger Förderung von Kunstschaffenden wurde die Artothek 1973 als Abteilung der Stadtbibliothek gegründet und gehört seit 2008 zum Kulturamt.

Im Laufe der wechselvollen Geschichte der Artothek wurden die „Freunde der Artothek Köln“ 1994 von kunstinteressierten Kölnerinnen und Kölnern als Förderverein gegründet, der seither die Artothek finanziell stärkt und stützt. Dazu gehört die Finanzierung von Publikationen, Einladungen, Vermittlungsformaten und Sonderveranstaltungen. Die Mittel hierfür werden unter anderem aus dem Verkauf von Jahresgaben namhafter Kunstschaffende gewonnen, wie Jürgen Klauke, Boris Becker, Katharina Sieverding, Simon Schubert, Regine Schumann, Joachim Bandau, Raimund Girke, Leiko Ikemura, Marcel Odenbach und Ruth Marten.

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