Show : Eine Hommage an Frank Sinatra

Am 9. Februar kommt das neue Musical „That's Life“ in die Kölner Arena. In Berlin hat das Stück gerade Weltpremiere gefeiert.

Das Musical zeigt auch
die dunklen Seiten des Stars

Jetzt gibt es erstmals mit „That‘s Life“ ein Musical, das sich seinem facettenreichen Leben widmet. Gerade hat das Stück am Theater am Potsdamer Platz in Berlin seine umjubelte Weltpremiere gefeiert. Es widmet sich seiner glamourösen Karriere zwischen New York, Hollywood und Las Vegas mit dem „Rat Pack“. Der Blick fällt auch auf seine geheimnisvollen Beziehungen zur Politik im Kennedy-Wahlkampf und zur Mafia in Chicago. Die drei Ehen zu Nancy Barbato, Ava Gardner und Mia Farrow bilden die Eckpunkte der Handlung im zweieinhalbstündigen Musical.

Sinatra war ein Mann, auf den alle denkbaren Superlative der populären Musik zutrafen. Im Laufe seiner Karriere gelang es ihm, einen unverkennbaren Stil zu bewahren und trotz gegenläufiger Trends hielt er sich immer an der Spitze des kommerziellen Erfolgs. Er wurde so zu einem der wichtigsten Charaktere im amerikanischen und internationalen Showgeschäft. Über 1800 Songaufnahmen, 60 Filmrollen, neun Grammys und ein Oscar sind die beeindruckende Bilanz seiner Karriere.

Für die Regie und das Buch des Musicals ist Stefan Warmuth verantwortlich, der sich ein Jahr lang intensiv mit dem Leben der Musiklegende auseinandergesetzt hat: „Wir starten in den 40er Jahren, als die Karriere von Sinatra begonnen hat und enden in dem Moment, als er zum ersten Mal seinen Abschied von der Bühne verkündet hat – also vom ersten Hit bis zu ‚My Way‘. Wir versuchen sein Leben in allen Facetten zu zeigen. Dazu gehören auch die Abgründe. Wichtig war mir, dass die Geschichte, die wir erzählen, auf belegbaren Fakten beruht. Wichtig war auch, dass wir ein Musical und keine Tribute-Show zeigen wollten.“

Die Idee zum Sinatra-Musical hatte Produzent Oliver Forster, der mit seiner Firma Cofo sich auch schon Musikgrößen wie Michael Jackson, Tina Turner, Falco und Elvis gewidmet hat. „Wichtig waren uns authentische Darsteller, die gar nicht so einfach zu finden waren. Wir zeigen den jungen Sinatra mit Janko Danailow und den alten mit Tam Ward, die mit dem 13-köpfigen Orchester insgesamt 30 Songs präsentieren. Bei Michael Jackson hatten wir 30 potenzielle Kandidaten, beim älteren Sinatra waren es gerade einmal drei.“

Tam Ward kommt mit seiner Stimme nahe an das Original

Der gebürtige Schotte und ausgebildete Tänzer Tam Ward begeistert als älterer Sinatra mit einer Bariton-Stimme, die unglaublich nahe an das Original herankommt. Mit Shows am Londener West End aber auch in den USA und Europa begeistert er seit Jahren die Fans in der Rolle des King of Swing. Von „That‘s Life“ ist er begeistert: „Der Mix aus klassischem Konzert und schauspielerischen Episoden, die sein Leben nacherzählen, ist eine sehr gute Idee. Rat-Pack-Shows gibt es heute überall, aber eine Show, die Frank Sinatra in den Mittelpunkt rückt, ist bislang einzigartig.“

Für seine Rolle hat er hart und lange gearbeitet: „Meine stimmliche Bandbreite ist der von Frank Sinatra sehr ähnlich. Es hat mich viele Jahre gekostet, um zu sagen, dass ich mich zumindest in der Nähe von Frank Sinatra befinde. Aber an ihn selbst kommt man natürlich nur sehr schwer heran.“ Sein Kollege Janko Danailow ist trotzdem sehr angetan: „Wenn man auf der Bühne neben ihm steht und die Augen schließt, hat man das Gefühl, das Sinatra neben einem singt. Das ist großartig.“

Er selbst kam schon früh mit dessen Musik in Berührung: „Mein Vater war ein großer Sinatra-Fan. Ich bin mit der Musik aufgewachsen. Natürlich habe ich auch die Musik meiner Generation gehört und hatte eine Band mit deutschen Singer/Songwriter-Pop.“ Mit 16 hat Danailow mit dem Singen begonnen. „Beim Musical singe ich Sinatra in meinem Stil und nicht als Imitat. Von Tam habe ich aber viel über Sinatra erfahren, er hatte ja eine sehr spezielle Atemtechnik. Schwer fiel mir die sehr statische Art, wie sich Sinatra auf der Bühne präsentiert hat. Er ist einfach nur da gestanden und hat gesungen – mehr nicht. Schön finde ich die leisen Nummern seiner frühen Karriere.“