ÖPNV : KVB-App vernetzt Verkehrsmittel

Das neue System vereint ab sofort Bus und Bahn mit Car-Sharing, Leihrad und dem Taxi-Ruf.

2012 wurde die bislang gültige KVB-App eingeführt. Sie erfährt eine rege Nutzung von geschätzt 140.000 Kunden. Laut VRS sind insgesamt beim Verkehrsverbund 365.000 Kunden beim Handy-Ticket-System angemeldet. Über dieses wurde ein Umsatz von 14 Millionen generiert – Tendenz stetig steigend. Im vergangenen Jahr wurden bis Ende November rund 332.000 Handy-Tickets verkauft. Wer ein Ticket über sein Smartphone erwirbt, bekommt beim Einzel-Ticket zehn Prozent Rabatt, bei anderen Fahrscheinen sind es fünf Prozent.

Inzwischen ist die App der KVB aber etwas in die Jahre gekommen. Es gab viele kritische Anmerkungen und Änderungswünsche der Kunden, die jetzt die in dieser Woche freigeschaltete neue App erfüllen soll. Diese ist so flexibel angelegt, dass auch in der Zukunft die Wünsche der Fahrgäste immer wieder eingeflegt werden können. Außerdem verspricht das neue System auch mehr Stabilität und Komfort. Investiert wurden für das Gemeinschaftsprojekt mit dem VRS 1,2 Millionen Euro.

„Dies ist kein statisches Instrument, sondern eine App, die lebt. Unser Ziel ist es, den gesamten Prozess von der ersten Information bis zum Ticketkauf so einfach wie möglich zu machen. Entsprechend einfach und intuitiv ist die Benutzerführung bei der neuen App. Das gilt zum Beispiel für das Einloggen – jetzt mit Mailadresse und Passwort, wie das bei anderen Webshops üblich ist“, erklärt KVB-Vorstand Peter Hofmann. Die alte App werde Ende März abgeschaltet. Für die neue App müssen sich die Kunden von der alten abmelden und bei der neuen App registrieren lassen.

Komfortabler, einfacher, moderner: Mit diesen Eigenschaften gehen die neu entwickelte KVB-App und die ebenfalls überarbeitete VRS-Auskunft an den Start. Bei der neuen VRS-App wurden die Verkaufsfunktionen aktualisiert und der Zugriff zur KVB-Plattform ermöglicht.

Als Dienstleister der im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen bietet die KVB hierfür ein entsprechendes neues Hintergrundsystem - das HandyTicket-System - an. Das Unternehmen Cubic Transportation Systems GmbH mit Sitz in Hamburg war aus der europaweiten Ausschreibung für ein HandyTicket-System als Sieger hervorgegangen und löst damit das HandyTicket Deutschland-System der Hansecom ab. In das Projekt sind nicht nur vielfältige Kundenanregungen, sondern auch moderne Technik- und Appstandards eingeflossen.

Verschiedene Bezahlsysteme können benutzt werden

Neu ist bei der App, die Möglichkeit bis zu fünf verschiedene Bezahlsysteme gleichzeitig zu nutzen, um so zum Beispiel Dienst- und Privatfahren bei der Abrechnung trennen zu können. Bezahlt wird per PayPal, Amazon Pay (ab Ende Januar) oder per Mobilfunkrechnung. Registrierte Nutzer können auch per Lastschrift oder mit der Kreditkarte bezahlen.

Neu ist auch die Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel wie Bus und Bahn, Car-Sharing, Leihrad oder Taxi auf einer App. So kann ein Weg problemlos mit verschiedenen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Über die App kann man sich beim Car-Sharing von Anbietern wie Cambio, Drive Now oder Car to go anzeigen lassen, wo welche Fahrzeuge abgestellt und verfügbar sind. Ähnliches gilt auch für die KVB-Leihräder. Beim Taxi-Ruf werden aktuell die nächstgelegenen Halteplätze angezeigt. Künftig wird man auch direkt über die App ein Fahrzeug anfordern und dabei wählen können, ob man ein normales oder ein Großraumtaxi benötigt.

Beim Fahren mit Bus und Bahn reicht das Angebot von der Fahrplanauskunft und der Haltestellenanzeige über die Anzeige von möglichen Störungen bis zum finalen Ticketkauf. Angezeigt werden kann der komplette Reiseweg inklusive der Fußwege und dem möglichen Einsatz von Leihrad und -auto. Künftig soll die App auch als Navi in der Stadt eingesetzt werden können.

Im laufenden Jahr ist es geplant, noch drei bis vier Module zur App hinzu zu packen. Entstehen sollen im ersten Quartal des Jahres auch Schnittstellen mit den anderen Handy-Ticket-Systemen anderer deutschen Großstädte bzw. deren Verkehrsverbünde. Bei den neuen Handy-Tickets gibt zudem es ein neues Layout, das künftig bundesweit zum Einsatz kommen soll.

Weitere Informationen zur neuen App der KVB finden sich online unter:

Mehr von Westdeutsche Zeitung