Spannung Krimitipp: Der Tod kommt am Aschermittwoch

Köln · Zwei Jahre ist es nun her, dass es in Köln im Jahr 1823 den ersten großen Maskenzug rund um den Neumarkt gegeben hat. Zu den Karnevalisten im Festordnenden Komitee gehört auch der Kommissar Gustav Zabel, der ursprünglich aus dem preußischen Berlin stammt und der nun als Polizist am Rhein für Recht und Ordnung sorgen soll.

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Foto: Verlag/Ullstein

Nach den Feierlichkeiten an Rosenmontag mit dem Umzug und einem großen Maskenball im Gürzenich, zu dem auch Prinz Friedrich von Preußen aus Düsseldorf angereist ist, wird am Karnevalsdienstag vor dem Dom der Nubbel verbrannt. Der Preuße Zabel war an Karneval als Roter Funk in der Uniform der Kölner Stadtsoldaten unterwegs gewesen, was ihm beim Polizeipräsidenten Ärger einbringt.

Vor der Fastenzeit wird bei
der Oberschicht groß gefeiert

Nach der Nubbelverbrennung wird bei Heinrich von Wittgenstein, der dem Festordnenden Komitee vorsteht, noch einmal groß gefeiert, bevor am Tag darauf mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Doch in der Nacht geschieht etwas Unvorhergesehenes, das Köln erschüttert. Ein unbekannter Mann wird auf dem Kirchhof der Elendskirche getötet und verbrannt. Der Kommissar ahnt die Identität des Toten - der Kriminelle Arthur Schmoor, der von Zabel einst aus der Stadt gejagt worden war.

Bei seinen Ermittlungen entdeckt der Kommissar beim Toten eine Rubensmedaille, die anlässlich der Rückkehr des berühmten Rubensgemäldes in die Kirche St. Peter geprägt worden war. Für die Rückkehr der von der französischen Besatzungsmacht erbeuteten Kölner Museumsschätzen war Everhard von Groote verantwortlich, dessen Familie Besitzer der Elendskirche ist.

War ein Kunstraub
das Mordmotiv?

Schon bald erkennt Zabel, dass bei der Rückführung der Kunstwerke und anderer wertvoller Objekte nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Er vermutet im Kunstraub das Motiv für den Mord an Schmoor. Nur ungern beginnt der Kommissar bei seinen Freunden in der Kölner Oberschicht zu ermitteln. Dazu gehört auch von Groote, der in der Tatnacht zur Elendskirche gelockt worden ist.

Bei seinen Ermittlungen fühlt sich Zabel in der Stadt beobachtet und vermutet, dass mit Schmoor auch dessen alte Weggefährtin, die Hure Cécile Travail, von Paris nach Köln zurückkehrt ist, da das Duo mit den verschwundenen Museumsschätzen ein lukratives Geschäft im Blick hatte. Zu Cécile hatte sich Zabel vor zwei Jahren bei seinen Ermittlungen in einem anderen Mordfall hingezogen gefühlt und so eine Ehekrise mit seiner Frau Eva heraufbeschworen.

Kurz darauf bekommt der Kommissar einen anonymen Hinweis zu einem Ort, wo er zwei weitere, schrecklich zugerichtete Leichen im Gerberviertel findet. Nun erkennt Zabel, dass er der Lösung des mysteriösen Falls am Aschermittwoch nur näherkommt, wenn er Cécile endlich findet. Dazu nimmt er die Hilfe die Kriminellen Victor Koll in Anspruch, der Schmoors Nachfolge als großer Anführer der Kölner Unterwelt angetreten hat.

Als er kurze Zeit später Cécile trifft, werden seine Vermutungen bestätigt. Die Hure hatte den Polizisten bei seinen Ermittlungen beobachtet, in der Hoffnung den Mörder von Schmoor zu finden, der sich den Schatz angeeignet hat, weswegen das Paar seine Reise von der Seine an den Rhein angetreten hatte. Doch der erweist sich als ein äußerst skrupelloser und gefährlicher Gegenspieler.

Der historische Krimi des Wahlkölners und Roten Funk Lorenz Stassen ist eine spannende Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Stassen blickt mit viel Hintergrundwissen auf die Anfänge des organisierten Karnevals und die Preußenzeit am Rhein. Dieses verbindet er mit einem mysteriösen Kriminalfall an Aschermittwoch.

Lorenz Stassen: Tödlicher Aschermittwoch, Ullstein-Verlag, 400 Seiten, 12,99 Euro

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