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Lesen: Krimi-Tipp: Der Poschweck bringt den Tod

Lesen : Krimi-Tipp: Der Poschweck bringt den Tod

Ex-Kommissar Rudolf-Günther Böhnke sucht einen ominösen Kirmesmörder und verlässt dafür sein Eifeldorf.

Eigentlich mag der frühere Kripochef Rudolf-Günther Böhnke nichts, was laut und quirlig ist. Am liebsten geht er in seinem kleinen Eifeldorf spazieren oder zieht sich in seinen zum Wohnhaus umgebauten Hühnerstall zurück. Da kommt die Einladung seines Freundes und Auftraggebers Tobias Grundler zum Ausflug auf den Öcher Bend ziemlich ungelegen. Denn mit der Aachener Kirmes hat der erfahrene Ermittler so gar nichts am Hut. Mit an Bord ist auch der frühere Staatsanwalt Joachim Herbst, der von allen wegen seiner Gestalt nur Lennet genannt wird.

Grund für die Zusammenkunft auf der Kirmes ist der Bäcker Kühlbrenner, in dessen Osterbrot, dem Poschweck, Glassplitter gefunden worden sind. Eine Erklärung dafür gibt es nicht, da hoffen der Bäcker und sein Rechtsanwalt Grundler jetzt auf die beiden erfahrenen Spezialisten. Doch viel Zeit, um die Lösung zu finden, bleibt den beiden nicht. Denn plötzlich wird Kühlbrenners Schwiegersohn verhaftet. Er soll aus Rache den Mitarbeiter eines Kölner Schaustellers umgebracht haben. Dieser gehört zu einem Quartett von Kirmesleuten, die seine Freundin brutal vergewaltigt haben sollen.

Das Ermittlerteam taucht
tief in die Kirmeswelt ein

Zum Glück gelingt es dem Ermittlerteam, den Schwiegersohn zu entlasten, doch kaum kommt dieser aus der Haft, geschieht in Erkelenz auf dem Lambertusmarkt der nächste Mord – auch hier ist einer der mutmaßlichen Vergewaltiger das Opfer. Als Täter steht jetzt der Bäcker selbst im Fokus der Ermittlungen durch die Polizei. Auch hier bekommt Grundler seinen Mandanten frei. Doch jetzt wird im nächsten Gebäck Rattengift festgestellt und ein weiterer Mitarbeiter des Kölner Schaustellers stirbt an der niederländischen Nordseeküste an einer Überdosis der vergifteten Naschereien.

Für Böhnke ist die Kirmes inzwischen zum vertrauten Ort geworden. Denn nach Aachen, Erkelenz und der Rheinkirmes in Düsseldorf steht jetzt die Annakirmes in Düren an. Dort arbeitet der letzte Überlebende des Vergewaltigerquartetts bei einer Losbude. Das hat auch die örtliche Presse erkannt und präsentiert jetzt mit einem großen Bericht das Opfer dem Serienmörder quasi auf dem Silbertablett. Dabei wird es für den bekannten Bäcker immer enger – seine Produkte sind in Verruf geraten und die Polizei hält ihn noch immer für einen Mörder. Da können jetzt nur noch Böhnke, Herbst und Grundler mit ihren Ermittlungen helfen.

Der neue Krimi „Öcher Bend-Blues“ ist ein so spannender wie auch unterhaltsamer und humorvoller Lesestoff, der den Leser fast durch das gesamte Rheinland und in die ganz eigene Welt der Schausteller mit ihren Karussells, Losbuden und Geisterbahnen führt. Auch so mancher Brauch aus Aachen und den anderen Städten wird dem Leser nähergebracht. Eine gute Lektüre gerade in der Corona-Zeit, die in der Zwangspause Zeit für das Lesen zu Hause mit sich bringt.

Kurt Lehmkuhl: Öcher Bend-Blues, Gmeiner, 318 Seiten, 14 Euro