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Tiere: Kölner Zoo: Tiere werden künftig mitten im Dschungel besucht

Tiere : Kölner Zoo: Tiere werden künftig mitten im Dschungel besucht

(step) Wer mit Auto, Bahn oder als Fußgänger die Riehler Straße entlangkommt, hat es schon von weitem im Blick: das 1899 erbaute Südamerikahaus, das künftig Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus heißen wird.

Es ragt mit seinen charakteristischen vier Türmen im russischen Zuckerbäckerstil als architektonisches Schmuckstück über die den Zoo einfassende Mauer hinaus.

Die Zooverantwortlichen haben nun, in Vorbereitung der voraussichtlich nach Ostern erfolgenden Öffnung des Hauses, die Zoomauer auf Höhe des Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Hauses durch zwei bekannte Graffiti-Künstler neu gestalten lassen.

Die Zoomauer ist durchgehend durch das vom Zoo beauftragte Duo mit knallig bunten Tiermotiven verziert. Diese wurden nun auf Höhe des Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Hauses entfernt und die Mauer weiß grundiert. „Wir wollen diesem beeindruckenden Haus, das ein Highlight jeden Zoobesuchs hier in Köln werden wird, auch von außen deutlich sichtbar einen würdigen Rahmen bieten. Die beste Werbung für das Haus ist das Gebäude selbst. Das haben wir nun nochmal herausgestellt“, sagt Zoochef Christopher Landsberg, der die Idee zu dieser Aktion hatte.

Thomas Kubig aus Wuppertal und Sebastian Karbowiak aus Köln, beides bekannte Graffiti-Künstler, gestalteten den betreffenden, rund 60 Meter umfassenden Bereich der Zoomauer komplett neu. Sie zogen die Gebäudelinien optisch weiter, sodass sich das Gesamtensemble „Reichert-Haus“ mit überraschender Tiefenwirkung bis auf die Zoomauer entfaltet.

Kubig und Kompagnon wählten dafür dieselben Farbtöne, die auch bei der denkmalgerechten Sanierung des Tierhauses zum Einsatz kamen. Links und rechts davon gestalteten die Künstler die Mauer zur Einrahmung mit historischen Blumen- und Postkartenmotiven aus der ursprünglichen Bauzeit des Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Hauses von 1899.

Tipp für alle, die neugierig geworden sind: Das in rund 2,5 Wochen entstandene Kunstwerk kann in der Gesamtperspektive am besten von der gegenüberliegenden Straßenseite aus betrachtet werden.

Die Zooverantwortlichen haben das Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus in den vergangenen rund zwei Jahren unter anderem mit Fördermitteln der NRW-Stiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz nach strengen Kriterien denkmalgerecht kernsaniert. Entstanden ist Außen die weitestgehend originalgetreue Wiederherstellung der ursprünglichen Fassade. Im Inneren können die Zoobesucher bald eine Dschungelerlebnislandschaft mit Faul- und Gürteltieren, freifliegenden Aras und freilaufenden Primaten sowie weiteren Tieren mittel- und Südamerikas bestaunen.

Das Südamerikahaus im Kölner Zoo gehört neben der 1860 im klassizistischen Stil erbauten Direktorenvilla und dem kurz darauf im maurischen Stil errichteten Giraffen- und Antilopenhaus zu den ältesten, erhaltenen Gebäuden im Kölner Zoo. 1899 wurde es zunächst als Vogelhaus entworfen, später beheimatete es verschiedenen Affenarten. Zuletzt hatten dort Rote Brüllaffen ihr Zuhause.