Umwelt: Kölner Offensive für einen verbesserten Klimaschutz

Umwelt : Kölner Offensive für einen verbesserten Klimaschutz

Mit einem Förderprogramm in Höhe von einer Million Euro will die Stadt die Altbausanierung voranbringen.

„Aktuell müssen wir feststellen, dass der Klimaschutz welt- und bundesweit eine eher nachrangige Priorität hat. Aber die Klimaveränderungen sind da und haben ihre gravierenden Auswirkungen. Schon 1992 ist Köln dem Klimaschutzbündnis beigetreten und will die CO2-Emissionen halbieren. Neben dem Verkehr sind es die Privathaushalte, die durch ihrem Wärmeverbrauch gerade jetzt in der Heizperiode in den Häusern eine große Rolle beim Klimaschutz spielen. Wir wollen jedes Jahr zwei Prozent der Altbauten energetisch sanieren, um unsere Klimaziele zu erreichen. Aktuell liegen wir hier aber bei unter einem Prozent“, erklärt Kölns Umweltdezernent Harald Rau den Anlass, um ein neues Förderprogramm mit einem Jahresvolumen von einer Millionen Euro aufzulegen.

Die energetische Sanierung von Altbauten wirke sich spürbar auf das Klima aus. Das Programm wurde im März vom Rat beschlossen. Ab sofort können Anträge von Eigentümern und auch von Mietern eingereicht werden. Die erforderlichen Informationen und Formulare gibt es online auf der Homepage der Stadt.

Förderfähige Sanierungsmaßnahmen zum Beispiel zur Wärmedämmung oder zum Austausch von Fenstern oder Türen werden bis zu 50 Prozent durch die Stadt bezuschusst. Die Fördersumme ist pro Antragsteller und Jahr auf maximal 30.000 Euro beschränkt.

Weitere von der Stadt geförderte Sanierungsmaßnahmen sind zum Beispiel Thermostatventile, Neuanschlüsse an die Fernwärme, thermische Solaranlagen, Photovoltaik, eine Holzpelletfeuerung oder Erdwärmepumpen. Voraussetzungen für die Förderung sind Bestandsbauten und die Tatsache, dass sich die geförderte Sanierung nicht in Form von Erhöhungen auf den Mietpreis niederschlagen darf.

Kostenlose Beratung durch
die Verbraucherzentrale

Zum Programm gehört auch die kostenlose Beratung zum Thema Altbausanierung durch die Verbraucherzentrale. Dazu gehört das Ausleihen von Thermographie-Kameras, um die energetischen Schwachstellen eines Gebäudes zu erkennen. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Die Prüfung soll maximal drei Wochen betragen. Dann kann die Sanierung starten, wobei der Eigentümer mindestens einen Eigenanteil von 50 Prozent aufbringen muss. Für die Umsetzung gibt es ein Jahr Zeit, da aktuell die Handwerker sehr gut ausgebucht sind.

„Die Baukosten sind eine große Hürde für die sinnvolle Durchführung von energetischen Sanierungsmaßnahmen. Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Sanierungsmaßnahmen sind entscheidend für deren Durchführung. Mit dem Förderprogramm Altbausanierung und Energieeffizienz – klimafreundliches Wohnen“ schließt die Stadt Köln Lücken in den Förderprogrammen von Bund und Land“, sagt Rau.

Barbara Möhlendick, Leiterin der Koordinationsstelle Klimaschutz, betont: „Die energetische Sanierung von Wohngebäuden kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümer, aber auch Mieter haben durch eine Sanierung viele Vorteile: Energieverbrauch und -kosten werden gesenkt, schädliches Kohlendioxid wird vermieden und die Wohnatmosphäre verbessert sich.“

Dank der Bezuschussung und des Beratungsangebotes können vorhandene Hemmnisse, wie zum Beispiel die eigenen finanziellen Möglichkeiten oder baulich-technische Barrieren verringert werden und neben der erforderlichen Reduzierung der Emissionen ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftsförderung, zur nachhaltigen Stadtentwicklung sowie zur Steigerung des Lebens- und Arbeitsraums und der Gesundheit geleistet werden.

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