Literatur : Köln zum Lesen und Schmökern

Wer gerade zu Hause bleiben muss, freut sich über jede Abwechslung. Da kommt eine gute Lektüre gerade recht.

Die Domstadt hat an Sehenswürdigkeiten und Kultur sehr viel zu bieten. Leider ist im Moment das Meiste nicht zugänglich. Die Museen haben geschlossen und auch der Dom sowie die Romanischen Kirchen sind nur für Betende geöffnet. Da bietet sich ein gutes Köln-Buch als Ersatz an. Das kann man auch bei den meisten Buchhändlern online bestellen und sich per Bote oder Post an die Haustür liefern lassen. Wir haben einen bunten Mix aus dem umfangreichen Angebot für Sie hier zusammengestellt:

Ein Klassiker ist der Köln-Bildband aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag (19.99 Euro). In diesem Prachtband wird Köln modern und außergewöhnlich in Szene gesetzt. Dazu gehören Dom und romanische Kirchen, Rhein und Rathaus, Altstadt und der neue Hafen ebenso wie die zahlreichen Beispiele gelungener Architektur des 21. Jahrhunderts und natürlich das pulsierende Leben der Stadt. In ihrer Komposition und durch überraschende Perspektiven vermitteln die über 240 Aufnahmen der renommierten Fotografen der Bildagentur laif das moderne Lebensgefühl und die Dynamik der Stadt. Einheimische werden Altbekanntes mit anderen Augen sehen und Neues entdecken, Nichtkölner werden die Stadt am Fluss mit ihrem ganzen Facettenreichtum kennen und lieben lernen.

Einen etwas anderen Blick auf die Stadt werfen die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner und der Fotograf Maurice Cox auf ihre Stadt. Sie haben die Besonderheiten der Kölner U-Bahnstationen für sich entdeckt und eindrucksvoll in Text und Bild festgehalten. „Orte, die einem vertraut sind, nimmt man wahr, ohne sie wirklich zu sehen.“ Das gilt auch für die Kölner U-Bahn und ihre Haltestellen. Seit einem halben Jahrhundert prägt dieses Transportmittel das Verkehrsgeschehen der Stadt. Höchst unterschiedliche Stationen sind entstanden – eindrucksvolle, eigenwillige und vernachlässigte. Architekturkennerin Barbara Schock-Werner hat das Zustandekommen jeder einzelnen aufwendig recherchiert. In ihrer unnachahmlichen Art beschreibt sie, was sie sieht, und scheut auch vor klaren Bewertungen nicht zurück. Zusammen mit den brillanten Fotografien von Maurice Cox öffnet sich der Blick auf einen bislang nicht aufgearbeiteten Teil der Kölner Architekturgeschichte. („Linienführung – die Kölner U-Bahn-Stationen, Greven, 35 Euro).

Einen spannenden Rundgang bietet der folgende Bildband aus dem Greven-Verlag (39.90 Euro). Autor Jürgen Kaiser nimmt den Leser mit zu den großen Romanischen Kirchen in Köln. Sie sind älter als der Dom und waren stilbildend in ganz Nordwesteuropa: die zwölf großen romanischen Kirchen von Köln. Ein Ensemble, das in dieser Vielfalt in keiner anderen Stadt zu finden ist. Dank der klaren Bildsprache von Florian Monheim und den so präzisen wie erzählerischen Texten von Jürgen Kaiser erschließt das Buch die uralten Kirchen einer neuen Generation. Die Neuausgabe ist stark erweitert: etwa um Markus Lüpertz’ farbenprächtige Glasmalereien in Sankt Andreas, den wiederhergestellten Schmuckfußboden in Sankt Gereon und den jüngst restaurierten Flügelaltar von Bartholomäus Bruyn dem Älteren in Sankt Severin. Auch die Severinskirche selbst präsentiert sich nach zweieinhalbjähriger Sanierung in neuem Glanz. So tritt der unverwechselbare Charakter einer jeden dieser zwölf großen Kirchen noch eindrucksvoller zutage.

Die „Kleine illustrierte Geschichte der Stadt Köln“ (19.95 Euro) ist der Klassiker unter den Titeln zur Kölner Stadtgeschichte. Im Jahre 1911 erschien das Buch erstmals im J.P.Bachem Verlag, verfasst von den Studienräten Franz Bender und Theodor Bützler. Es richtet sich an alle, die sich erstmals oder erneut mit der über 2000-jährigen Geschichte Kölns vertraut machen wollen. Mit seinen zahlreichen farbigen Abbildungen, neuen Karten, Infoboxen und der souveränen Darstellung bietet das Standardwerk einen zuverlässigen, gut lesbaren Überblick über die Geschichte der Rheinmetropole.Der Leser begibt sich auf eine faszinierende Zeitreise durch 2000 Jahre, die bei den Ubiern und den Römern beginnt und in unserer Gegenwart endet. Wie entwickelte sich die Stadt am Rhein zur größten deutschen Stadt des Mittelalters? Wie entstand das „hillige Köln“ mit seinen vielen Kirchen und Klöstern? Wie lebten die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten? Welche Bedeutung hatte die Wirtschaft, wie wirkten sich Kriege aus? Wie entwickelte sich Köln zur modernen Großstadt? Wie hielten es die Kölner mit dem Nationalsozialismus? Wie gestaltete sich der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg? Fragen wie diese beantwortet das Buch anschaulich und informativ.

Natürlich darf auch Spannung bei der Lektüre nicht fehlen und Köln Krimis gibt es wirklich reichlich. Empfehlenswert ist zum Beispiel „Der Richter-Code“ (10,90 Euro) von Edgar Franzmann im Emons-Verlag. Georg Rubin, Kölns ehrgeizigster Journalist, erfährt bei den Ermittlungen zu einem Mordfall, dass im Richter-Fenster des Kölner Doms eine verschlüsselte Botschaft versteckt ist. Soll der Dom zerstört werden? Wer sind die Täter, islamische Fundamentalisten oder christliche Pius-Brüder? Und was liegt wirklich unter dem eingestürzten Stadtarchiv begraben? Rubin gerät in einen Sumpf von Tod und Korruption, aber er riskiert alles, um den „Richter-Code“ zu entziffern und die finale Katastrophe zu verhindern.

Spannend und ortskundig ist auch der Köln-Krimi von Brigitte Glaser „Himmel un Ääd“ (11,90 Euro) ebenfalls im Emons-Verlag erschienen. Kann man seinem Liebsten trauen? Diese Frage plagt Spitzenköchin Katharina Schweitzer, nachdem ihre Spülfrau Minka spurlos verschwunden ist. Hat ihr Freund Ecki etwas damit zu schaffen? Aber nicht nur ihre Liebe zu Ecki, auch das Überleben der »Weißen Lilie« steht auf dem Spiel: Eine neue Restaurantkette mischt durch schonungslosen Verdrängungswettbewerb die Kölner Restaurantszene auf. Katharina muss viele Fegefeuer durchqueren, bevor sie die Ärmel ihrer Kochjacke hochkrempeln und ihre erprobte Spürnase einsetzen kann. Dabei stößt sie auf eine perfide Melange aus Habgier und Schaumschlägerei und kann nur hoffen, dass sie das Richtige tut.

Ein historischer Köln-Krimi vom gleichen Verlag ist der „Fluch von Cöln“ (12.90 Euro) von Autor Henning Isenberg. Cöln 1228: Theos Eltern sind tot, sein Vater wurde gerichtet, nachdem er sich an der Spitze eines Adelsbündnisses gegen den Erzbischof der Stadt erhoben hatte. Sein Land ist verloren, geraubt von seinem machtbesessenen Onkel. Theo schwört Rache, und noch bevor er seine Ausbildung zum Krieger beendet hat, muss er sich seinem Schicksal stellen und seinen übermächtigen Widersachern gegenübertreten. Ein schier aussichtsloser Kampf entbrennt.

Natürlich will auch der Nachwuchs seine eigene Köln-Lektüre. Im Bachem-Verlag gibt es seit einiger Zeit die „Bachems Wissenswelt“-Reihe. Ein Band beschäftigt sich zum Beispiel mit der Feuerwehr in Köln. Mit welcher Taktik meistern Einsatzkräfte Wohnungsbrände oder Verkehrsunfälle? Wer sind BF und FF? Wie schützt die Feuerwehr den Dom und welche spektakulären Einsätze hielten die Kölner Bürger in Atmen? Das Sachbuch blickt hinter die Kulissen eine der größten Feuerwehren in Deutschland. Spektakuläre, exklusive Fotos präsentieren faszinierende Fahrzeuge, undurchdringliche Schutzkleidung und starke Werkzeuge. Dazu gibt es jede Menge Tipps rund um den Brandschutz und beeindruckende Begegnungen mit Löschbootkapitänen, Höhenrettern und Feuerwehrleuten, die regelmäßig abtauchen. („Feuerwehr Köln – wie geht das?“, 16,95 Euro)

Ebenfalls bei Bachem erschienen ist „Köln – kleine Stadtgeschichte für Kinder“ (16,95 Euro). Geschichte ist spannend. Geschichte macht Spaß. Besonders Kinder möchten den Dingen auf den Grund gehen. Die 2000 Jahre alte Stadt Köln ist dafür genau der richtige Schauplatz und bietet genug Stoff für jede Menge Geschichten. Freche Illustrationen und spannende Texte nehmen Kinder und Jugendliche mit auf eine atemberaubende Reise in die Vergangenheit. Das Buch begibt sich auf die Spuren der Römer und Germanen, erzählt vom ersten Rosenmontagszug, einem Kölner Parfüm mit Weltkarriere und von Meister Gerhards mysteriöser Teufelswette. Eine schlaue Zeitreise für junge Leser von acht bis zwölf Jahren.