Keim-Ausbruch in Kölner Praxis - 28 Patienten infiziert

Todesfall ungeklärt : Keim-Ausbruch in Kölner Praxis - 28 Patienten infiziert

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene spricht vom „schwersten Ausbruch mit diesem Erreger in einer ambulanten medizinischen Einrichtung überhaupt“. Ein 84-Jähriger könnte an den Folgen gestorben sein.

In einer Kölner Radiologiepraxis ist es zu einem schweren Ausbruch eines Keims gekommen. Insgesamt seien 28 Patienten betroffen, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger am Dienstag. Ein 84 Jahre alter Mann der wegen einer drohenden Querschnittslähmung notoperiert worden sei, könnte an den Komplikationen einer solchen Infektion verstorben sein. Bereits 36 Stunden nach dem Eingriff sei ihr Mann tot gewesen, teilte die Ehefrau dem Kölner Stadt-Anzeiger mit.

Angesteckt haben sollen sich die 28-Patienten mit dem Erreger Pseudomonas aeruginosa bei Injektionen im Bereich der Wirbelsäule. „Im Rahmen von CT-gesteuerten periduralen Infiltrations-Therapien sei es so im Zeitraum von zirka zweieinhalb Wochen (...) zu Infektionen gekommen“, bestätigte der örtliche Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), Michael Herbrik dem Blatt.

In Folge der vielen Infektionen habe das MVZ selbst die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, heißt es weiter. Jedoch sei die Ursache für den Ausbruch des gefährlichen Keims bislang nicht gefunden worden. Zwar sei der Erreger P. aeruginosa im Waschbecken des Behandlungsraums entdeckt worden. Es handele sich jedoch nicht um den, der bei den betroffenen Patienten festgestellt worden sei, teilt die Zeitung mit.

Mehrere der Behandelten sollen durch die Infektion mit dem Erreger eine lebensgefährliche Hinhautentzündung (Meningitis) entwickelt haben.

Da der Infektionszeitraum nicht exakt zu bestimmen sei, habe man alle 297 Patienten die zwischen dem 2. Januar bis zum 1. März diesen Jahres mit der Therapie behandelt worden sind informiert. „Sofern unseren Patienten durch ein Verschulden der Praxis ein Schaden entstanden ist, werden wir für diesen einstehen.“ gab Herbrik im Stadt-Anzeiger an.

Multiresitente Erreger (MRE) sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Einer Studie aus dem Jahr 2015 des europäisches Netzwerk zur Beobachtung antimikrobieller Resistenzen (EARS-Net) zufolge gibt es in Europa rund 33.000 Todesfälle im Jahr die auf eine solche Infektion zurück zuführen seien. In Deutschland seien 2300 Menschen an den Folgen verstorben. Damit setze sich der gesamteuropäische Negativtrend fort, denn 2007 ermittelten die Forscher zirka 25.000 Todesfälle.

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