Karneval: Kampagne gegen das Grapschen am Elften im Elften

Karneval : Kampagne gegen das Grapschen am Elften im Elften

Zum Sessionsauftakt wird für ein friedliches und sicheres Feiern geworben. Neues Becherpfand wird eingeführt.

Chaotische Szenen wie im Vorjahr will man diesem 11. November auf jeden Fall vermeiden. Dafür wurde der runde Tisch für Karneval eingeführt, der bereits wie berichtet ein ganzes Maßnahmenpaket für ein friedliches und sicheres Feiern in der Altstadt, in der Südstadt und im Zülpicher Viertel zusammengestellt hat. Dazu gehören die Bühne an der Unimensa genauso wie das bewährte Glasverbot.

Mit einer erweiterten, humorvollen Kampagne soll ein Zeichen gegen übermäßigen Alkoholkonsum, Müll und Wildpinkeln gesetzt werden. Ein weiteres Motiv der Plakate nimmt die MeToo-Debatte auf. „Das ‚G‘ in Karneval steht für ‚Grapschen‘. Merkste selbst, ne?“ Die Plakate werden ab dem 6. November auf Werbetafeln sowie in den KVB-Bahnen und den Bahnhöfen der DB zu sehen sein.

„Wenn wir eine Lösung für die ungewollten Randerscheinungen hätten, wären diese längst genannt worden. Ich kann nur an die Eltern appellieren, ihre Kinder mit Regeln zu erziehen. Man wirft keinen Müll auf die Straße und man pinkelt auch nicht an Häuser. Da muss man schon in den Kindergärten und Schulen anfangen“, sagt der Präsident der Ostermann-Gesellschaft, Ralf Schlegelmilch, die die Sessionseröffnung auf dem Heumarkt auf die Beine stellt. Schlegelmilch gehört genauso wie der frühere Karnevalsprinz Holger Kirsch nun neu zum Vorstand des Festkomitees, der von zwölf auf 14 Personen erweitert wurde.

36 Bands treten von
9 bis 20 Uhr auf

In diesem Jahr gibt es die Sessionseröffnung als größte Freiluftparty der Stadt am Elften im Elften bereits zum 49. Mal. Im kommenden Jahr kann man das runde Jubiläum groß feiern. „Da werden wir uns noch was Besonderes einfallen lassen“, verspricht Schlegelmilch, der auf das bewährte Programm mit einigen Neuerungen setzt. Von 9 bis 20 Uhr werden 36 Bands und Einzelsänger auf der Heumarkt-Bühne stehen.

Mit dabei sind außer den Bläck Fööss alle kölschen Bands von Brings und den Räubern über die Höhner und die Paveier bis zu Kasalla und Cat Ballou. Um 15 Uhr gibt es das Comeback der neu formierten Kolibris. Um 15.45 Uhr kommt Björn Heuser auf die Bühne und wird die Jecken zum Mitsingkonzert auffordern.

Live übertragen wird die Feier von 10.30 bis 16 Uhr durch den WDR. Um 11 Uhr gibt es den Countdown und die Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den Festkomiteepräsidenten Christoph Kuckelkorn. Um 11.35 wird das designierte Dreigestirn den Jecken in der Altstadt vorgestellt.

Neu ist der Auftritt des Gebärdenchors der KG Jecke Öhrcher. Dieser wird um 14.30 Uhr gemeinsam mit den Klüngelköpp deren Hit „Stääne“ anstimmen. Bereits im zweiten Jahr wird das Bühnenprogramm in Gebärdensprache übersetzt, was vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) finanziert wird. In der ersten Reihe können Gehörlose mit Begleitung das Programm auf dem Heumarkt verfolgen. 20 Karten wurden dafür vergeben.

Neu ist das Becherpfand auf dem Alter Markt und dem Heumarkt, das die Willi-Ostermann-Gesellschaft gemeinsam mit den Altstadtwirten entwickelt und eingeführt hat. Demnach wir pro Becher ein Euro Pfand gezahlt. Dafür gibt es bei der Getränkeausgabe eine Pfandmarke. Wer auf seinen Euro verzichtet unterstützt ein soziales Projekt der KG, die einer Familie mit einer schwer erkrankten Tochter unter die Arme greifen möchte. Die Zahl der Toiletten wird für den 11. November auf insgesamt 700 erhöht. Jeck gestaltete, bunte Schilder sollen besser den Weg zu den WCs aufzeigen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung