Offenbach: Höhepunkte im Offenbach-Jahr

Offenbach: Höhepunkte im Offenbach-Jahr

Offenbach-Gesellschaft zieht 2019 mehr als 125 Veranstaltungen zu Ehren des Kölners

Die Kölner Offenbach-Gesellschaft zieht derzeit in über 125 Veranstaltungen während des gesamten Jubiläumsjahres große Linien zu neuen Aspekten rund um den Musiker, Weltbürger und gebürtigen Kölners Jacques Offenbach. Zugleich vernetzt sie unterschiedlichste Akteure in die Stadtgesellschaft hinein und weit über die Grenzen Kölns hinaus. In der Offenbach-Woche zum Geburtstagsfest rund um den 20. Juni 2019 soll die ganze Stadt ihren Komponisten feiern. „Natürlich müssen der Komponist und sein Werk auch und gerade in seiner Heimat Köln gewürdigt werden. Die Stadt freut sich, fast 20 große und kleinere Produktionen sowie Spielorte und eine Wanderausstellung zum Jubiläum beizusteuern“, sagt Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach.

Opernsensation am
6. Januar in der Philharmonie

Mit der Deutschland-Premiere des Offenbach-Einakters „Oyayaye“ im Neujahrskonzert des Gürzenich-Orchesters am 6. Januar in der Philharmonie beginnt das Jahr mit einer Opernsensation. Claudia Hessel, Leiterin des Offenbach-Jahres: „Was passt besser zu Offenbach, als ein exotisch-grotesker Auftakt des Offenbach-Jahres mit dem kategorischen Befehl, das Publikum zu unterhalten.“ Jacques Offenbachs Schaffen sei eine Herausforderung für den Verstand ebenso wie für das Herz, sagt Patrick Hahn, Dramaturg des Gürzenich-Orchesters: „Das Gürzenich-Orchester nähert sich dem Schaffen Offenbachs von zwei Seiten. Nicht nur mit dem Verstand und dem Herzen, sondern auch mit dem historisch forschenden Blick und nach vorne schauend mit einer neuen Kreation.“

Rückt das Neujahrskonzert Offenbachs Biographie, seinen Weg von Köln nach Paris, seine Instrumentalistenkarriere als Cellist und schließlich seine Anfänge in der Pariser Theaterszene mit der Ausgrabung seines rekonstruierten Einakters „Oyayayae“ ins Zentrum, wagt das „Lab.Oratorium“ von Philippe Manoury und Nicolas Stemann eine neue musikalische und theatralische Reaktion auf die Gegenwart. So wird die Operette nicht zur Zoten-Zuchtanstalt, sondern ein wenig auch zur Champagnerglas-Erkenntnismaschine.

Eine weitere Erstaufführung in Deutschland ist die Oper „Barkouf“ auf dem Spielplan der Köln Oper in einer Koproduktion mit der Oper Straßburg ab dem 12. Oktober 2019. „Im Barkouf zeigt sich Offenbachs anarchischer Geist in ganzer Größe. Er ist ein Meister der Kunst, Musik und Politik auf das Komischste zusammenzubringen, so dass Oper ein wahres aufrührerisches Potential entfalten kann“, sagt Ralf-Olivier Schwarz, wissenschaftlicher Berater des Offenbach-Jahres. Opernfans können weiter schwelgen, wenn die „Grand Duchesse de Gérolstein“ in einer Eigenproduktion der Oper Köln am 9. Juni kommenden Jahres Premiere feiert.

Der kammermusikalische Offenbach stellt mit neu entdecktem Material einen weiteren Schwerpunkt im Jubiläumsjahr dar. Aus dem bisher verschollenen Musikalbum der Familie Offenbach, von Offenbach-Forscher Ralf-Olivier Schwarz detektivisch aus verschiedenen Archiven zusammengetragen, produziert die Kölner Offenbach-Gesellschaft zusammen mit der Synagogen-Gemeinde Köln voraussichtlich im April 2019 ein kammermusikalisches Programm und erlaubt so einen Blick in den jüdisch geprägten Musik-Alltag der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Purim-Singspiel von
Offenbachs Vater Isaak

In einer weiteren Eigenproduktion der Kölner Offenbach-Gesellschaft wird voraussichtlich im November 2019 erstmals mit einem bisher unbekannten Purim-Singspiel von Offenbachs Vater Isaak ein Dokument jüdisch-häuslichen Musiktheaters vorgestellt, das mit seinem Humor starke Parallelen zu Offenbachs späterem Musiktheater zeigt.

Des Weiteren präsentiert das Programm des Jubiläumsjahres die Vielseitigkeit der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Offenbach: Die Uraufführung „Je suis Jaques“ von Christian von Götz in der Oper Köln (Premiere am 22. Juni im Opernhaus am Offenbachplatz), das Straßentheater „Liebt Euren Offenbach“ mit Regisseur Adrian Schvarzstein, „Offenbach meets Jazz“ mit Laia Genc am 16. Mai und das Geburtstagskonzert mit einem Exklusivprogramm für WDR 3 mit vielen Klezmer-Elementen von und mit Schauspieler Dominique Horwitz.