EM 2024 So lief die XXL-Schotten-Party in Köln

Köln · Wer am Mittwochnachmittag aus dem Kölner Hauptbahnhof kam, stand mitten in einer lautstarken und bunten XXL-Fußballsause mit unzähligen schottischen Fans. Ihre Fahnen schmückten die Domplatte und ihr mächtiger Gesang sowie einige Dudelsäcke sorgten für beste Stimmung im Schatten der großen Kathedrale.

Vor dem Kölner Hauptbahnhof feierten am Mittwochnachmittag bereits viele Schotten.

Vor dem Kölner Hauptbahnhof feierten am Mittwochnachmittag bereits viele Schotten.

Foto: step/Eppinger

Auch der eine oder andere Fußball flog durch die Luft und brachte etwas Bewegung in die große Menge.

Dabei wurde von den Gästen von der Insel zwar der eine oder andere Kasten Kölsch vertilgt, trotzdem blieb alles fröhlich, ausgelassen und vor allem friedlich. Dabei setzte ein großer Teil der Schotten neben dem Nationaltrikot auch auf den traditionellen Kilt, den karierten Schottenrock. Unter die zahlenmäßig klar überlegenen Mitgliedern der „Tartan Army“ mischte sich der eine oder andere Kölner oder auch Anhänger der Schweiz, gegen die die Schotten am Abend im Rheinenergie-Stadion antraten. Direkt vor dem Dom sorgten zwei Schweizer Fans für eine besondere Fusion der Kulturen. Hier wurde das Schweizer Nationaltrikot mit einem farblich passenden Schottenrock kombiniert.

Die Fans feiern gemeinsam
und friedlich in der Altstadt

Gefeiert wurde natürlich auch auf dem Alter Markt und rund um die Fanzone am Heumarkt. Dort mischten sich allerdings mehr rote Trikots der Schweiz unter die Menge. Oft waren die Fans in der Außengastronomie der Brauhäuser und Restaurants auch in gemischten Formationen zu sehen. Dagegen waren die deutschen Fans vor dem Spiel gegen Ungarn noch eher selten erkennbar. Das dürfte sich aber beim näher rückenden Anstoß in der Stuttgarter Arena auch in Köln noch geändert haben.

Die beiden Abendspiele wurden in der Kölner Innenstadt an verschiedenen Orten übertragen. Während das frühere Deutschlandspiel in der Fanzone auf dem Heumarkt und am Tanzbrunnen beim Public Viewing gezeigt wurde, gab es für die Schotten und Schweizer zur späten Partie eine eigene abgesperrte Zone am Konrad-Adenauer-Ufer, die gestern erstmals in Betrieb genommen wurde. Der große Ausweichbereich direkt am Rhein wird auch beim Spiel der Engländer am kommenden Dienstag, 25. Juni, gegen Slowenien zum Einsatz kommen.

Trauer bei den Schotten
wegen eines verstorbenen Fans

Die Fans aus Schottland und der Schweiz, die in Köln Tickets für das Spiel ergattern konnten, hatten jeweils eigene große Fanmärsche nach Müngersdorf geplant, wie es sie schon bei anderem EM-Spielen gab. Die Schotten hatten übrigens trotz aller Unwetterwarnungen und der geschlossenen Fanzone sowie der abgesagten kölsch-schottischen Party am Tanzbrunnen am Dienstag bereits in der Altstadt groß und ausgelassen gefeiert.

Trauer gab es bei den Schotten um einen in einem Düsseldorfer Hotel in der Nacht zum Dienstag verstorbenen 57-jährigen Fan, der noch am vergangenen Freitag in München das Auftaktspiel seines Teams verfolgt hatte. Ihm wollten die schottischen Fans in der vierten Spielminute im Kölner Stadion einen Sonderapplaus widmen.

Nach der gestrigen Partie gegen die Schweiz geht die Reise für die schottischen Fans weiter in Richtung der schwäbischen Metropole Stuttgart, wo am Sonntag das letzte Gruppenspiel gegen die Ungarn ansteht. Die Kölner werden ihre schottischen Gäste auf jeden Fall vermissen.