Gastspiel : Eine Hommage an eine Stimme

Am 19. Januar kommt Marc Martel mit „One Vision of Queen“ in die Kölner Arena. Bereits am 16. Januar ist der Kanadier in Düsseldorf zu Gast.

Es war ein besonderes Erlebnis, als der damals 15-jährige Kanadier Marc Martel bei einem Spielfilm seine erste Begegnung mit Freddie Mercury und Queen hatte. „Es war der Song Bohemian Rhapsody, der da gesungen wurde. Es war eine Stimme, die gleichzeitig einer Frau und einem gestandenen Hardrock-Sänger gehören konnte. So etwas habe ich noch nie erlebt, das hat mich begeistert.“

Kein Wunder – kaum ein Sänger hat die Musikgeschichte so geprägt wie Freddie Mercury zu seinen Lebzeiten. Von Natur aus ein Bariton, konnte der Sänger die verschiedenen Register seiner Stimme in vielfältiger Weise abschattieren. Das prägte auch die beispielose Karriere seiner Band: revolutionär und einzigartig, so wurde die Ausnahmeband Queen oft beschrieben und von ihren Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert. Das zeigen auch die unzähligen Tribute-Bands und -Shows, die es seit Mercurys Tod im Jahr 1991 gegeben hat.

Bevor Martel selbst die Songs der Rocklegenden auf die Bühne bringt, ist er zunächst mit seiner Band Downhere, die er zusammen mit einem Collegefreund 1999 gegründet hatte, rund um den Globus unterwegs. Fans gibt es neben Nordamerika auch in Europa und Nordafrika. Oft wird Martel auf seine ungewöhnliche Stimme angesprochen, die viele Menschen an die von Rockikone Freddie Mercury erinnert hat.

Roger Taylor ist total
begeistert von Martels Stimme

Ein Musikerfreund leitet ihm 2011 deshalb auch einen Link zum Wettbewerb für die Show „Queen Extravaganza“ weiter. Ein Aufruf, ins Leben gerufen von den echten Queen-Mitgliedern, dem Schlagzeuger Roger Taylor und dem Gitarristen Brian May. Doch zunächst zögert Martel noch sich zu bewerben, erst der Zuspruch seiner Familie und seiner Freunde überzeugt ihn, ein Bewerbungsvideo mit dem Song „Somebody To Love“ aufzunehmen, das inzwischen im Internet mehr als 30 Millionen Mal angeklickt worden ist.

Und die Veranstalter sind direkt begeistert. So schreibt Roger Taylor dem Kanadier: „Du hörst die Stimme, du schließt die Augen und du denkst, es ist Freddie. Es ist schon fast unheimlich.“

Marc Martel entwickelt seine eigene Queen-Tribute-Show

„Roger persönlich zu treffen und vor ihm singen zu dürfen, war großartig für mich. Der Mann saß so lange an den Drums und davor sang Freddie. Auch die Begegnung mit Brian war extrem spannend für mich“, erinnert sich Martel.

Seit 2011 ist er nun der offiziellen Tributeshow treu. Inwischen hat er unter dem Titel „The Ultimate Queen Show Celebration“ auch seine eigene Queen-Hommage auf die Bühne gebracht, die weltweit erfolgreich war. Eine andere Seite zeigt Martel seit 2018 bei „Symphonic Queen“, eine Show, die er zusammen mit dem mexikanischen Philharmonie-Orchester inszeniert hat.

Martel will sich
nicht als Freddie verkleiden

Im kommenden Jahr geht der inzwischen in Nashville lebende Musiker nun mit der Show „One Vision of Queen“ auf Tour und kommt am 16. Januar in die Halle an der Siegburger Straße und am 19. Januar in die Kölner Arena. „Ich werde mich dabei nicht als Freddie verkleiden, sondern ganz ich selbst sein. Ich präsentiere die Musik von Queen, bin aber nicht selbst Queen. Das ist mir wichtig“, sagt Martel.

Die Auswahl der Songs ist Martel nicht schwergefallen: „Ich habe einfach die größten und bekanntesten Hits genommen, mit denen man locker zwei Stunden Programm gestalten kann. Dazu kommt noch die eine andere Überraschung.“

Köln kennt der Kanadier bereits: „Ich war bislang nur zwei Mal in Deutschland. Köln ist mir dabei in Erinnerung geblieben. Den Dom kann man nur schwer vergessen. Das ist eine tolle Stadt“, sagt der Musiker, der Anfang des Jahres lange in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs sein wird.

„Für die Fans gibt es eine Rock‘n‘Roll-Show mit der großen Energie, die man von Queen erwarten kann. Es geht um große Emotionen mit allen Höhen und Tiefen.“ Zuvor macht Martel mit einer Weihnachtstour noch eine kleine Pause vom Rock. „Das war für mich und mein Team ein sehr intensives Jahr, wir haben viel gearbeitet und viel erreicht.“

2018 gab es schon den Queen-Film „Bohemian Rhapsody“, bei dem Marc Martells Stimme in den Kinos zu hören war. „Das war für mich auch ein sehr spezielles Erlebnis. Ich fand den Film großartig, vor allem der Darsteller von Freddie hat mich total begeistert. Da hat man die Leidenschaft regelrecht spüren können“, sagt der Musiker, der auch durch seine Auftritte in der TV-Show von Ellen DeGeneres und bei American Idol vielen Menschen bekannt wurde.

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