Stadtentwicklung: Ein Werkzeugkasten für Sport und Bewegung

Stadtentwicklung : Ein Werkzeugkasten für Sport und Bewegung

Die Stadt präsentiert Entwicklungsplan für den Sport in Köln.

Rund 250.000 Menschen treiben in den 774 Kölner Vereinen Sport, weit mehr sind außerhalb der Vereine aktiv - etwa beim Laufen oder Radfahren. Dazu kommen Kinder und Jugendliche, die in Kitas und Schulen sich sportlich betätigen. Für sie alle bringt die Stadtverwaltung nun einen Sportentwicklungsplan auf den Weg.

Dabei ging es darum, eine Planung zu entwickeln, die nicht nur die Sportbelange, sondern die auch die Entwicklung der Stadt und Freiräume für Sport und Bewegung für alle Bevölkerungsgruppen berücksichtigt. Entsprechend umfangreich war auch die Bürgerbeteiligung an dem Projekt – so wurden 93 Sportvereine und 102 Schulen zu ihren Bedürfnissen befragt. Dazu kam auch die Möglichkeit für Bürger, sich online an der Befragung zu beteiligen.

„Das ist ein Werkzeugkasten für die kommenden 15 bis 20 Jahre. Es handelt sich um einen Prozess, der immer weitergehen wird“, sagt Professor Robin Kähler, der als Experte bei der Erstellung des Sportentwicklungsplans hinzugezogen worden war. Es gehe um die Leistungen des Sports für die Entwicklung der Stadt und um einen Beitrag für das Wohlfühlen, das Glück und die Gesundheit der Menschen in Köln. Eine wichtige Leistung sei auch die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und die Inklusion von Bürgern mit einem Handicap. Hier müssten den Sportvereinen mit den Förderrichtlinien Anreize geboten werden, sich weiter zu beteiligen.

Kleine Veränderungen
können schon viel bewegen

„Es sind oft die kleinen Dinge, mit denen man behutsam und effektiv die Qualität von öffentlichen Räumen für Sport und Bewegung verbessern kann. Dazu gehören benutzbare Grünflächen genauso wie neue Bäume oder Bänke zum Beispiel im Bereich des Inneren Grüngürtels“, betont Kähler. Es gehe vor allem auch darum, Flächen in der Stadt für Kinder und Jugendliche vielfältig nutzbar zu machen. Bei den Sportanlagen gehe es in erster Linie um deren Sanierung und um die Erneuerung von Sportgeräten.

Insgesamt gibt es beim Sportentwicklungsplan fünf Modellprojekte, in denen dieser ganz praktisch und konkret umgesetzt wird. Dafür ist im städtischen Haushalt eine jährliche Summe in Höhe von 2,65 Millionen Euro festgelegt worden. Das erste Modellprojekt ist die quartiersbezogene Freiraumentwicklung Everhardstraße. Dabei geht es um die Gesamtfläche des Inneren Grüngürtels zwischen dem Bahnkreuz im Norden und dem Aachener Weiher im Süden unter Einbezug der Bezirkssportanlage.

Das zweite Modellprojekt betrifft die Schulen und ihre Sportanlagen. „Bei der Architektur künftiger Sportstätten muss sich grundsätzlich etwas ändern. Das was wir jetzt haben, ist nicht attraktiv“, sagt Kähler. Im Rahmen des Modellprojekts geht es konkret um Schulen in Deutz und Rondorf, wo neue Wohngebiete entstehen werden. Beim dritten Modellprojekt geht es um den Sport im Sozialraum. Im Mittelpunkt steht die Planung einer klimaoffenen, überdachten Sport- und Bewegungsanlage auf dem Rendsburger Platz in Mülheim.

Beim vierten Bereich geht es um das Thema „Innovation im öffentlichen Raum“. Ziel ist es, einen Raum für neue und junge Sportarten und Bewegungsformen zu schaffen. Eine Heranführung ist zum Beispiel über einen Sportkiosk und ein Sportlabor im Inneren Grüngürtel. Im Sport-Lab können die Innovationen auch direkt getestet werden. Für den virtuellen Austausch soll zudem eine Sport-App sorgen.

Zentral sind für den Experten auch die Veränderungen der Verwaltungsstrukturen in Köln. So sind 60 Abteilungen bei der Stadt mit dem Thema Sport befasst. Hier müsse die Zusammenarbeit zwischen den Dezernaten und Ämtern deutlich verbessert und effizienter gestaltet werden. Das Sportamt selbst soll sich zu einem Kompetenzzentrum für Sport und Bewegung weiterentwickeln.

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