Ein besonderes Stück Kölner Wald

Der Forstbotanische Garten in Rodenkirchen liegt im Grüngürtel auf einer alten Festungsanlage.

Köln. Gerade an besonders heißen Tagen tut ein wenig Schatten dem Mensch gut. Deshalb bietet sich der Forstbotanische Garten in Rodenkirchen gerade im Sommer für einen Ausflug ins Grüne an. Er liegt etwa 800 Meter entfernt vom Rodenkirchener Bahnhof mitten im Kölner Grüngürtel und umfasst eine Fläche von insgesamt 25 Hektar. Besonders wohltuend ist die Ruhe mitten in der Natur, die man auch auf einer der Parkbänke genießen kann.

Foto: Stephan Eppinger

Anfang der 60er Jahre wurden dafür auf einer ehemaligen Ackerfläche Bäume, Sträucher und Stauden aus vielen Teilen der Welt gepflanzt. So wurde die vom früheren OB Konrad Adenauer angeregte Idee eines Grüngürtels weiter umgesetzt.

Mit seinen unterschiedlichen Pflanzen und insgesamt 3000 Gehölzsarten bietet der 1964 eröffnete Forstbotanische Garten für seine Besucher Erlebnisse in der Natur zu jeder Jahreszeit. Zu den Highlights gehören die Rhododendronschlucht, der Heidegarten, die Pflingstrosenwiese sowie eine japanische Abteilung mit Kirschen- und Azaleenblüte und prächtiger Herbstfärbung der Fächerahorne und Kuchenbäume, Bambus.

In einer 1,5 Hektar großen Waldfläche können Sie nordamerikanische Bäume wie Riesenmammutbaum, Gelbkiefer, Flusszeder und Coloradotanne entdecken. Im Süden schließt sich der in den 80er Jahren angelegte, 20 Hektar große Friedenswald an, in dem Bäume und Sträucher aus allen Staaten, zu denen die Bundesrepublik damals diplomatische Beziehungen pflegte, gepflanzt wurden. Die tropischen und subtropischen Länder, deren typische Vegetationen hier nicht winterhart sind, sind durch symbolische Gehölze vertreten.

Das Gelände des Forstbotanischen Gartens gehörte bis zum Ersten Weltkrieg zum äußeren Festungsring Köln, der von den Preußen zum Schutz Kölns angelegt wurde. Heute erinnert noch die Rhododendronschlucht an die Position des dort liegenden „Infanterie-Stützpunktes Hermannshof“, der nach dem Ersten Weltkrieg gesprengt wurde. Die Trümmerstücke des 1907 erbauten Verteidigungswerkes sind ähnlich wie am Decksteiner Weiher als Felsengarten in die gärtnerische Gestaltung mit einbezogen worden. Die Schlucht entspricht der damaligen Front der Kehlkaserne und der umlaufende Fußweg liegt im Bereich der ehemaligen Schützenstellungen.

Ab und zu begegnet man auch auf dem Gelände einem Eichhörnchen oder einem Kaninchen. Fest zum Parkpersonal gehört ein zutrauliches Pfauenpaar, das stolz sein buntes Gefieder zur Schau trägt.

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