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Landgericht Köln: Disco-Streit mit tödlichem Ausgang: Angeklagter legt Geständnis ab

Landgericht Köln : Disco-Streit mit tödlichem Ausgang: Angeklagter legt Geständnis ab

Eine Schlägerei nach einem Disco-Besuch in Gummersbach endet tödlich. Jetzt steht ein 33-Jähriger vor Gericht. Der Angeklagte soll seinen Kontrahenten mit seinem Gipsarm niedergeschlagen und ihm gegen den Kopf getreten haben.

Köln (dpa) - Im Prozess um einen tödlichen Streit vor einer Gummersbacher Diskothek hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Er habe sich in eine Auseinandersetzung eingemischt, um einem Freund zu helfen, sagte der 33-Jährige am Donnerstag vor dem Kölner Landgericht. Plötzlich habe ihn jemand von hinten angegriffen. Daraufhin habe er den Angreifer mit seinem Gipsarm niedergeschlagen. „Als er wieder aufstehen wollte, habe ich gegen seinen Oberkörper getreten.“ Laut Anklage handelte es sich um einen wuchtigen Tritt gegen den Kopf. Der 24-Jährige schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf und starb an seinen Verletzungen.

Bei der Tat im April 2012 war der Angeklagte nach eigenen Angaben stark angetrunken. Im Laufe der Nacht habe er „ungefähr 20 bis 30 Pinnchen“ (gefüllte Schnapsgläser) und eine halbe Flasche Wodka getrunken, sagte der 33-Jährige, der wegen Totschlags angeklagt ist, am ersten Verhandlungstag. Zudem habe er zuvor Amphetamine genommen.

Als er die Disco gegen fünf Uhr morgens verließ, habe er gesehen, dass ein Unbekannter - der Bruder des 24-Jährigen - auf seinen Freund losgegangen sei. „Ich bin sofort dahingelaufen, um einzuschreiten“, erzählte der Angeklagte, dessen Arm damals wegen eines Bruchs eingegipst war. „Ich habe ausgeholt und dem ins Gesicht geschlagen.“ Der Mann erlitt einen Nasenbeinbruch.

Auf einmal sei eine zweite Person von hinten gekommen und habe auf ihn eingeschlagen, berichtete der Angeklagte. Daraufhin habe er sich gewehrt. Dass der 24-Jährige dabei tödlich verletzt wurde, habe er erst mehrere Stunden später erfahren.

Bis dahin sei er gar nicht auf die Idee gekommen, „dass jemand richtig zu Schaden gekommen sein könnte“, sagte der Angeklagte. „Ich dachte, es sei nichts großartiges passiert. Ich dachte, es war halt eine Schlägerei.“