Musik : Diese Musik vereint Generationen

Vom 5. bis zum 7. Juli gibt es am Fühlinger See die Neuauflage des Festivals Summerjam.

Die schöne Location auf der Insel im Fühlinger See und ein Publikum verschiedener Generationen aus aller Welt, schaffen diesen ganz besonderen „Way of Life“. 2018 hat die UN-Kulturorganisation Unesco Reggae zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Die Kommission würdigte den Beitrag dieser Musik zum internationalen Bewusstsein "über Fragen der Ungerechtigkeit, des Widerstandes, der Liebe und Menschlichkeit“. Sie sei zugleich „sozialpolitisch, sinnlich und spirituell“ und stehe für ein Lebensgefühl.

Diesem Umstand zollt das Summerjam-Festival vom 5. bis zum 7. Juli mit Künstlern, die den Bogen zwischen Tradition und Moderne bis hin in die Zukunft spannen, Rechnung Dafür stehen auch die diesjährigen Topacts:

Er ist einer der wichtigsten Protagonisten der Reggae-Szene und gilt in den karibischen und afrikanischen Ländern als die herausragende Stimme gegen Armut und Ungerechtigkeit: Buju Banton. Nach über zehn Jahren gab er Mitte März wieder ein Konzert in Kingston/Jamaica, das schon jetzt als das wichtigste seit Bob Marley’s legendärem „Smile Jamaica“ Konzert gilt. Jimmy Cliff hingegen gehört zu der ersten Generation jamaikanischer Reggae-Artists. Sein Markenzeichen: sozialkritische, politisch engagierte Texte auf treibenden Riddims - mitreißend und unglaublich dynamisch. Der Mann ist und bleibt Kult.

„You Can't Stop The HipHop.“ Die Multi-Platin Größen des Latin-Rap Cypress Hill sind mit neuem Album und natürlich ihren Klassikern zu Gast auf dem Summerjam Festival. Bonez MC & Raf Camora haben Deutschrap noch einmal auf eine neue Stufe gehievt und knacken damit sämtliche Rekorde. Mit ihrer Mischung aus Dancehall, Reggae, Hip Hop und Afrotrap verlängern sie jeden Sommer.

Er dominiert seit Jahren die Afrobeat-Szene Afrikas, aber es war der Song „One Dance“ mit US-Superstar Drake, der den nigerianischen Afrobeat-Star Wizkid endgültig ins internationale Rampenlicht rückte. Auch er wird am Fühlinger See auf der Bühne stehen.

Die Speerspitze der jungen, modernen jamaikanischen Roots-Reggae Bewegung gibt sich ebenfalls die Ehre: Protoje, der scharfe gesellschaftliche Analysen mit Leichtigkeit und Coolness im musikalischen Background paart. Kabaka Pyraid, der es versteht, mit seinem unverwechselbaren Style den Wortsport des HipHop mit der Energie und dem Sound von Reggae und Dancehall zu mischen. Popcaan, der schon Songs mit Drake oder den Gorillaz gemacht hat, ist mit seinem 2. Album „Forever“ der große Wurf gelungen. Richie Spice orientiert sich ebenfalls am modernen Roots Reggae und mit seinem unverwechselbaren Style und sozialkritischen Liedern bezieht er ganz klar Position und bekommt nicht nur von den Leuten auf Jamaika Unterstützung dafür.

Der gebürtige Italiener Alborosie liefert kompromisslose Rasta-Lyrics, die durch seine Lebenserfahrungen in Europa und in Jamaika von besonderer Intensität sind. Und eine 19-jährige mischt derzeit die gesamte Szene auf: Koffee! Ihr Hitsong „Toast“ wurde von Walshy Fire/Major Lazer produziert und hatte innerhalb von zwei Wochen sensationell über eine Million Klicks. Es wird eine mit großer Spannung und Freude erwartete Premiere.

Ricky Dietz, das sind Peter Fox aka Pierre Baigorry (Sänger und Mastermind von Seeed) und der Sänger und Songwriter mit jamaikanischen Wurzeln Sway Clarke. Dancehall, RnB und Afrobeat - cool und lässig, gemacht für laue Sommerabende. Keiner soll sagen, er sei nicht gewarnt worden. Party und Abriss auf der Bühne mit dem durchgeknallten HipHop-Duo 257ers und ihrer ganz eigenen Humor- und HipHop-Definition.

Moop Mama kreieren mit Pauken, Trompeten und HipHop einen unverwechselbaren, urbanen Sound. Die 13 Musiker von Querbeat haben nur eine Mission: „Randale & Hurra“! Pop-Brass, frech und frisch. Ees und die Yes-Ja!-Band garantieren eine heiße Party mit Kwaito & Afro-Pop. Slightly Stoopid hingegen versprechen ein „spirituelles Bad in positiver Party-Energie“ mit warmen Sommer-Sounds und positiven Vibes von der US-Westküste.

Die deutsche Rap-Szene ist abwechslungsreicher denn je am Start: Yung Hurn demonstriert das Lieben-oder-Hassen-Dilemma eines der gefeiertesten Jungkünstler der deutschsprachigen Trap-Avantgarde. Mono & Nikitaman bewegen wie gewohnt zuverlässig Tanzbein und Gehirnzellen und „Mohamed Ali“ ist das Ergebnis des längst überfälligen Gipfeltreffens von Motrip & Ali As. Rapper, die wie niemand sonst hierzulande Punchlines und Poesie, aber auch Humor und Intelligenz vereinen.

Max Herre ist mit Band und neuem Soloalbum am Start und Nura, die freche, starke Rapperin aus Berlin, mit ihrem aktuellen Soloprojekt. step

Weitere Infos und Tickets (Tagesticket: 130 Euro inkl. Camping) gibt es online unter:

summerjam.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung