Konzert: „Diese Musik macht Menschen glücklich“

Konzert: „Diese Musik macht Menschen glücklich“

Mit seinem neuen Album kommen John Diva & The Rockets of Love am 5. April in die Kölner Kantine.

Was hat sich beim Hardrock im Vergleich zu den 80er Jahren heute verändert?

John Diva: In den 80er Jahren war der Rock ‚n‘ Roll der Stadionsound. Hardrock hatte damals einfach jeder gehört – ähnlich wie heute die Popmusik. Später ging es für den Hardrock in die Nische. Der Rock ‚n‘ Roll war zeitweise fast tot. Jetzt ist die Chance für das große Comeback sehr groß. Die Energie, die diese Musik hat, ist wichtig in einer Zeit, in der die Welt an vielen Orten große Schwierigkeiten hat. Sie macht die Menschen glücklich.

Das gilt auch für die USA unter Trump?

Diva: Es ist insgesamt eine Zeit der Dunkelheit und ein Teil dieser dunklen Epoche ist Präsident Trump. Es ist eine Zeit, in der das Trennende im Vordergrund steht. Jeder will sein Stück von der Erde und grenzt es dann entsprechend ab. Der Rock ‚n‘ Roll dagegen kennt keine Grenzen, er erreicht jeden Platz der Erde und die Leute treffen sich, um diese Musik zu hören. Das ist wie eine große Familie, die wir auch bei unseren Konzerten begrüßen können. Das macht unsere Musik aus – eine Bewegung gegen die Einsamkeit und gegen die Dinge, die Menschen trennen.

Gibt es Unterschiede zwischen den USA und Europa in Sachen Rock?

Diva: In Ländern wie den USA oder Großbritannien in Zeiten von Trump und Brexit ziehen sich Trennlinien auch durch Familien. Da spricht man nicht mehr miteinander, weil man verschiedene politische Meinungen hat. In Ländern wie Deutschland gibt es zum Glück solch extreme Entwicklungen noch nicht. Und da genießt man beim Konzert gemeinsam die Musik und freut sich auf die große Party. Wenn Musik es schafft, Menschen wenn auch nur für ein paar Stunden zu vereinen, ist das in solchen Zeiten schon viel wert.

Welche Beziehung haben Sie zu Deutschland und speziell zu Köln?

Diva: In Köln hatten wir immer eine sehr gute Zeit. Was ich bislang noch nicht geschafft habe, war einmal den Karneval zu erleben. Das würde mir ziemlich Spaß machen, aber vielleicht ergibt sich das einmal in der Zukunft. Ich habe außerdem deutsche Wurzeln, mein Vater war als GI in Deutschland stationiert. Was mir gefällt, ist die starke deutsche Rockszene, die unsere Musik wirklich zu schätzen weiß. Außerdem haben uns Probleme in den USA einmal gezwungen, längere Zeit in Deutschland zu leben. Das war eine sehr glückliche Zeit. Jetzt freuen wir uns sehr auf die Konzerte in Deutschland.

Was erwartet die Fans bei den kommenden Konzerten?

Snake Rocket: Die größte Rock ‚n‘ Roll-Show aller Zeiten. Wir haben die Kulissen komplett erneuert. Es wird auch wieder Pyrotechnik auf der Bühne geben. Wir werden beim Konzert alle neuen Songs spielen. Außerdem haben Kissin‘ Dynamite als Support dabei, das wird eine tolle Show, da bin ich mir sicher. Wir freuen uns außerdem auf den Auftritt in Hagen, der Heimatstadt von Nena. Die war ja in den 80er Jahren der Musikstar und kam auch bei uns in den USA mit Hits wie „99 Luftballons“ sehr gut an. Das war für uns die Rock ‚n‘ Roll-Frau der 80er. Es es war nicht der einzige Musikerfolg aus Hagen, Extrabreit waren ebenfalls sehr erfolgreich.

Können Sie etwas zur Entstehung des neuen Albums sagen?

Rocket: Es war ein unheimlich kreativer Prozess, den wir so noch nicht erlebt hatten. Wir saßen im Studio und hatten fünf bis sechs Ideen für neue Songs pro Tag. Es gab keine Grenzen, wir waren komplett offen und haben alles ausprobiert. Am Ende waren es 40 Stücke und nur zwölf konnten auf das Album. Zum Glück hatten wir unseren musiksalischen Supervisor Chris aus der Schweiz, mit dem wir uns online immer wieder ausgetauscht haben. Er hat uns gesagt, was gute Ideen sind und welche Ideen man besser in den Mülleimer gibt. Aber wir haben immer noch genügend gute Songs für ein zweites Album übrig. Das sind Songs, die aus unserem Herzen kommen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung