Diepental: Konzept wird konkret

Wupperverband will Details zur Renaturierung der Talsperre mit Kommunen und Eigentümern besprechen.

Diepental: Konzept wird konkret
Foto: Sarx

Leichlingen. Auf dem Weg zur Entwicklung des Diepentals ist nun eine nächste Stufe erreicht. Die technische Umsetzung und Förderfähigkeit zur Umwandlung der Talsperre in einen renaturierten Bachlauf wurde mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Der Wupperverband hat in den vergangenen zwei Jahren eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt und Planungen mit den beteiligten Behörden konkretisiert.

Die Sanierung der im Privateigentum stehenden Diepentalsperre ist aus Kostengründen für die Eigentümer nicht machbar. Daher wurde im Jahr 2014 zunächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese schlug vor, den Murbach im Bereich des jetzigen Stauraums zu renaturieren und das Murbachtal zu einem attraktiven Erholungsraum unter Einbeziehung von Restwasserflächen als Biotope für Tiere und Pflanzen zu gestalten.

Nach Vorlage der Machbarkeitsstudie hatte der Wupperverband von den beteiligten Kommunen und den Eigentümern das Mandat erhalten, in diesem Sinne die Planungen zu vertiefen und mit den zuständigen Behörden abzusprechen. Hierbei stand im Fokus, die in der Machbarkeitsstudie skizzierten Ideen in eine genehmigungs- und förderfähige Form zu gießen. Die Förderung des Projekts aus Mitteln zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist die wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Entwicklung von einer Talsperre hin zu einem renaturierten Murbach umgesetzt werden kann.

Lea Becker, Initiatorin der Bürgerinitiative „Rettet die Talsperre Diepental“ ist von den Plänen überhaupt nicht begeistert: „Nun passiert genau das, was wir alle nicht wollen. Das Diepental wird dadurch nicht ansehnlicher und optisch attraktiver, sondern es werden weniger Besucher kommen. Das wird unter anderem den Zustand der Gastronomie-Gebäude nicht verbessern. Wir verlieren einen der schönsten Flecken Erde dieser Region. Ich weiß nicht, was daran gut sein soll.“ Auf der Facebookseite der Initiative schreibt Becker außerdem: „Es tut mir leid, dass die Aktion gescheitert ist und wir uns nun mit dieser — völlig am Willen der Bürger vorbeigeplanten ,Lösung’ abfinden und bestenfalls arrangieren müssen.“

Für das Projekt mussten zunächst umfangreiche Fragestellungen geprüft und Grundlagen ermittelt werden. Unter anderem wurden gewässerökologische Auswirkungen, das Abflussverhalten des Murbachs und Belange des Hochwasserschutzes untersucht. Es wurden mehrere Varianten geprüft und daraus ein Konzept entwickelt, für das die Behörden eine Förderfähigkeit von 80 Prozent der Kosten signalisiert haben. Dieses Konzept umfasst die Herstellung der Durchgängigkeit beziehungsweise Renaturierung des Murbachs, die Möglichkeit der Beibehaltung einzelner kleiner Stillwasserflächen sowie die Verbesserung des Hochwasserschutzes.

Der Wupperverband hat in der vergangenen Woche die beteiligten Kommunen, Eigentümer, Behörden und Bürgerinitiativen mit einem vierten schriftlichen Sachstandsbericht seit 2014 über den aktuellen Stand informiert. Nun wird er in den kommenden Wochen dieses Konzept mit den Stadtspitzen der beteiligten Kommunen und den Eigentümern der privaten Diepentalsperre im Detail besprechen. Bevor Inhalte und Details des Konzepts der Öffentlichkeit vorgestellt werden können, soll zunächst das Einverständnis der Beteiligten eingeholt und die Frage der Finanzierung des nicht geförderten Kostenanteils von 20 Prozent mit ihnen geklärt werden. Anschließend kann das Konzept im Rahmen des Runden Tisches vorgestellt und diskutiert werden.

Der ursprünglich für Oktober 2015 anvisierte Termin des Runden Tisches war deshalb vom Wupperverband abgesagt worden, da damals wesentliche Grundlagen noch nicht vorlagen. Auch dazu wurden die Beteiligten mit einem Sachstandsbericht informiert. Der Wupperverband erwartet, dass die Sachlage mit den Beteiligten in den kommenden Wochen geklärt werden kann, so dass ein Runder Tisch im Herbst stattfinden kann.

Lea Becker wird an den Gesprächen nicht teilnehmen, „denn das macht für mich keinen Sinn. Im Endeffekt müsste ich den Bürgern dann etwas schmackhaft machen, das mir völlig widerstrebt“.

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