Sport : Die WM ist zurück im Jugendpark

Vom 21. bis zum 23. Juni messen sich an der Zoobrücke bei der BMX Cologne die besten Freestyler der Welt in verschiedenen Disziplinen.

. Schon mächtig was zu tun, gibt es derzeit unter der Zoobrücke am Jugendpark. Auf dem Parkplatz entsteht gerade die hügelige Anlage für den Dirt-Wettbewerb der BMX Freestyler. Im Bagger sitzt ein ehemaliger Profi, der sich seit 15 Jahren auf das Bauen von Rampen und Hügeln aus Erde spezialisiert hat. Markus Hampel war selbst mehrfacher Europameister bei den Profis und weiß genau, worauf es beim Dirt ankommt.

„Ich denke mir immer wieder etwas Neues aus. Man kann zum Beispiel die Höhen, Winkel und Längen verändern und so neue Herausforderungen schaffen. Normen gibt es beim BMX Freestyle traditionell keine – auch wenn die Disziplin Park bald olympisch wird“, sagt Hampel, bevor ein Lastwagen die nächste Ladung Material anliefert. Etwa 1000 Kubikmeter werden für den Parcours gebraucht, auf dem nach Jahren Pause wieder die Fahrer für ihre spektakulären Tricks durch die Lüfte fliegen werden.

Seit 35 Jahren gibt es
die BMX Cologne inzwischen

Neu ist in diesem Jahr, dass zum 35-jährigen Bestehen der „BMX Cologne“ wieder eine offizielle Weltmeisterschaft ausgetragen wird, zu der Fahrer aus 25 Nationen in den Jugendpark anreisen werden. Insgesamt werden 200 Teilnehmer bei den Profis und den Amateuren erwartet. „Wir hatten in den vergangenen Jahren die Veranstaltung wieder zu ihren Wurzeln zurückgefahren. Diese war über die Jahre massiv gewachsen und war irgendwann so nicht mehr leistbar. Wir sind zurück in die 80er Jahre gegangen, auch mit Rampen aus dieser Zeit. Die Resonanz darauf war sehr positiv. Für uns sind die BMX Cologne nicht nur Kommerz, sondern auch eine Herzensangelegenheit“, sagt der ehemalige BMX-Profi und Organisator, Stephan Prantl.

Zum 35-jährigen Bestehen habe man sich entschlossen, groß zu feiern und die Weltmeisterschaften wieder nach Köln zurückzuholen. Gestartet wird bei der WM im Jugendpark neben Dirt auch in der Disziplin Spine Park. Dabei kommen mehrere Viertelrampen auf engem Raum zum Einsatz. „Das haben wir 1994 erstmals in Köln angeboten und so auch etabliert. Inzwischen wurde das weltweit kopiert. 2004 haben wir eine Rampe konstruiert, mit der man auf Tour gehen kann, etwas, das inzwischen rund um den Globus passiert. Beim Spine Park werden die Rampen in den Park integriert, was das Ganze attraktiver und moderner macht“, sagt Prantl.

Die dritte Disziplin ist Flatland – eine Art Breakdance auf einem BMX-Rad. Auch hier hatten die Kölner eine optimale Idee für den Wettbewerb, der eine flache, sehr solide Fläche benötigt. Gefunden hat man diese in einem Autoscooter, der gleich noch das richtige Licht und den guten Sound mitliefert. „Das ist ein echter Hexenkessel, weil die Leute sehr nah dran sind. Die Fläche ist zwar etwas kleiner, aber beim modernen Flatland wird auch mehr auf der Stelle gemacht.“

Beliebt sind außerdem die Oldschool-Wettbewerbe, bei denen die Fahrer der ersten Stunde teils mit 80er-Rädern und -Outfit an den Start gehen. „Vor Ort ist auch das Haro-Team aus Kalifornien. Das waren die Superstars der 80er, die mit Privatjets von Show zu Show weltweit unterwegs waren. Wir haben sie reaktiviert und 2009 erstmals nach Köln geholt. Sie werden auch in diesem Jahr vor Ort sein. Die drei Jungs sind gute Freunde von mir. Ich hatte sie bei einer Deutschlandtour begleitet und habe in meiner aktiven Zeit öfters bei ihnen in Kalifornien überwintert“, erinnert sich Prantl. Auch der Urvater der BMX-Freestyler, Bob Haro, kommt nach Köln. Er war unter anderem als Stunt-Double beim E.T.-Film im Einsatz.

Zu den jungen Fahrern zählt der 15-jährige Mike Niggemann aus Lippstadt, der in den Disziplinen Park und Street fährt. „Ich habe als Racefahrer mit einem günstig gekauften Gebrauchtrad begonnen. Seit zwei bis drei Jahren bin ich nun mit einem neuen Rad beim BMX Freestyle. Gerne würde ich das Ganze später als Profi machen.“

Diesen Schritt hat die mehrfache Weltmeisterin im Flatland, Monika Hinz, schon lange geschafft. „Ich bin seit 1989 dabei, in einem Autoscooter habe ich meinen Titel aber noch nie verteidigt. Ich freue mich, dass ich seit längerem mal wieder einen neuen Trick zeigen kann. Bei der ersten WM 1990 haben alle bei einem kleinen Trick schon gejubelt, heute muss man dafür schon deutlich mehr zeigen. Mir ist aber das Ergebnis gar nicht so wichtig. Es geht um die positive Energie, die man zurückbekommt.“

Zu den Stars der Szene zählen Adrian Wanken (Spine Park, Düsseldorf), Markus Reuss (Spine Park, Wuppertal), Julian Bachmann (Spine Park), Michael Meisel (Dirt), Kevin Nikulski (Flatland) sowie internationalen Fahrern wie Domink Nekolny (Flatland, Tschechien), Aberto Moya (Flatlant, Spanien) oder Danny Josa (Dirt, Ungarn).