Kunst Die Welt zu Gast in einer Galerie

Köln · Im Jahr 2013 eröffnete der Kölner Kunsthistoriker Jan Kaps seine eigene Galerie in der Domstadt. Zunächst lag diese an der Jülicher Straße im Belgischen Viertel. Inzwischen ist man in deutlich größere Räume an der Lindenstraße umgezogen, wo schon früher andere bekannte Kunstgalerien ihren Sitz hatten.

Die aktuelle Gruppenausstellung „13 for Luck“ der Galerie Jan Kaps zeigt Arbeiten von sechs internationalen Kunstschaffenden.

Die aktuelle Gruppenausstellung „13 for Luck“ der Galerie Jan Kaps zeigt Arbeiten von sechs internationalen Kunstschaffenden.

Foto: Jan Kaps/Galerie

Das Programm von Jan Kaps repräsentiert junge internationale aufstrebende Künstler aus den Bereichen Malerei, Konzept und Bildhauerei. Der Galerist setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit den von ihm repräsentierten Künstlern. Dazu zählen unter anderem Jean-Marie Appriou aus Frankreich, Alan Michael aus Schottland, dem ab Mitte April in Schau gewidmet wird, Mark von Schlegell aus den USA, Kresiah Mukwazhi aus Zimbabwe und Berenice Olmedo aus Mexiko.

Bei der Ausstellung treten die Werke in einen globalen Dialog

Jan Kaps ist dabei vor allem an der Thematik seiner Künstler und deren gesellschaftliche Relevanz interessiert. Wichtig ist ihm auch, dass deren Arbeiten und Aussagen durch einen musealen Kontext langfristig erhalten werden können. Die Kölner Galerie ist regelmäßig auf internationalen Messen, wie der Art Basel oder der Fiac in Paris vertreten.

Die aktuelle Schau „13 for Luck“, die noch bis zum 8. April an der Lindenstraße zu sehen ist, ist eine Gruppenausstellung und insofern ungewöhnlich für die Galerie, die ansonsten meist Einzelausstellung der von ihr repräsentierten Künstler im Programm hat. Sie bespielt alle Räume der Galerie inklusive einer Videoinstallation. Die gezeigten Künstler kommen aus ganz verschiedenen Teilen der Erde und treten in den Räumen der Galerie mit ihren Arbeiten in einen spannenden globalen Dialog.

Thea Gvetadze aus Lettland beschäftigt sich mit Fragen der Identitätskonstruktion und persönlichen Erzählungen. Von raumfüllenden Installationen bis hin zu Collagen und kleinformatigen Zeichnungen schafft Gvetadze rätselhafte Szenen, die mit psychologischer Spannung und Symbolik aufgeladen sind. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Gvetadzes Gemälden.

Blick auf das Leben
indigener Völker in der Kunst 

Tanya Lukin Linklater erforscht die gelebte Erfahrung indigener Völker, ihr landbasiertes Wissen und die Strukturen ihres Lebensunterhalts durch eine verkörpernde Praxis, die Performance, Tanz und Choreografie umfasst. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung als Nachfahrin der Aluquii in Südalaska untersucht Linklater, wie indigenes Wissen und Lernen als Methode des Widerstands gegen die systematische Enteignung durch den Kolonialismus funktionieren kann. Für ihre Serie von Haardrucken, die in der Ausstellung zu sehen ist, hat Linklater ihr Haar mit natürlichen Pigmenten aus zerdrückten Beeren bestrichen und diese gestisch auf Papier übertragen.

Im Mittelpunkt der Werke des indischen Künstlers Amol K. Patil stehen Diskurse über Arbeit, Wert und soziale Bedingungen. In seinen Arbeiten, die Performance, Video, Installation und Skulptur umfassen, wirft Patil Fragen über die morbide existenzielle Konditionierung des Menschen und seiner Umwelt auf und setzt sich gleichzeitig für die Rechte der Arbeiter ein. Patil präsentiert eine Reihe von Skulpturen aus Fasern und gefundenem Staub, die aus dem Langzeitforschungsprojekt des Künstlers über das Leben der indischen Mittelschicht hervorgegangen sind.

Mark von Schlegells forschungsbasierte Praxis überschreitet die Grenzen von Genres und beschäftigt sich mit Literatur, Theorie, Kritik, Performance und Malerei. Der New Yorker Schlegell, der selbst Science-Fiction-Romane schreibt, schafft halb-literarische Kunst-Hybride, die sich auf eine breite Palette von Inspirationen stützen, von großen historischen Figuren wie Raymond Roussel bis zu wenig bekannten Charakteren wie Eliza Poe. In der Ausstellung sind zwei Gemälde zu sehen, die die berühmte Autorin von Krimiklassikern Agatha Christie und die Mutter von Edgar Allen Poe, Eliza Poe, darstellen. Ebenfalls zu sehen ist die Arbeit „13 for Luck“, eine Installation von 13 Taschenbuchromanen von Agatha Christie, die legendäre Figuren wie Hercule Poirot und Miss Marple schuf.

Minh Lan Trans Praxis baut auf ihrer eigenen schriftstellerischen und identitätsbasierten Forschung im Bereich der Kalligrafie auf. Auf der Grundlage von Textelementen schafft die Künstlerin aus Hongkong Werke auf Leinwand, die Schrift und Farbe in einem iterativen Prozess der Reflexion und Integration miteinander verbinden. Die hautähnlichen und vielschichtigen Kompositionen von Tran entwickeln sich, reagieren und verändern sich durch ihre eigenen körperlichen Aktionen. Von der Choreografie und Performance kommend, behandelt sie die Leinwand als ein Spannungsfeld, in dem sich Körperlichkeit in tiefen Einschnitten bildet und auflöst.

Die Kanadierin Ang Ziqi Zhang untersucht in ihren Arbeiten die Übertragung von Bedeutung im Spätkapitalismus. Anhand von Textelementen, Zeichen und ihrer eigenen Schrift erforscht Zhang die Semiotik als Vermittlungssystem bei der Produktion von Begehren und Affekten in Konsumgesellschaften. In ihren ausgestellten Gemälden hat Zhang visuelle Spuren aus dem öffentlichen Raum wie Symbole, Verkehrsschilder, Markierungen und architektonische Strukturen in Bilder verwandelt, die zwischen Abstraktion und subtiler Figuration oszillieren. In dünnen, langsam aufgebauten, scheinbar transparenten Farbschichten überarbeitet Zhang diese Elemente fast bis zur Auslöschung.

Service: Galerie Jan Kaps, Lindenstraße 20, Köln, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 bis 18 Uhr. Weitere Infos zur Galerie gibt es online unter: