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Musik: „Die Gitarre ist ein Teil von mir geworden“

Musik : „Die Gitarre ist ein Teil von mir geworden“

Die gebürtige Kanadierin Lindsay Ell gehört zu den jungen Stars der Countryszene in Nordamerika. Ihre Wahlheimat hat die Musikerin inzwischen in der US-Metropole Nashville gefunden. Für ihre Gitarrensoli ist die in Calgary geborene Künstlerin berühmt geworden, aber auch ihre eigenen Songs machen die Musikwelt auf Lindsay Ell aufmerksam.

Ihr Song „Right On Time“ zeigt ihre selbstbewusste Seite als Singer-Songwriterin. Schon ihr Debütalbum „The Project“ erreichte den Platz 1 der Country-Album-Verkaufscharts. Auch in Europa hat Lindsay Ell ihre Fans – so war sie 2019 mit Ben Zucker in Deutschland auf Arena-Tour.

Nun kehrt die Musikerin zurück und ist am 23. August im Kölner Klub Helios 37 an der Heliosstraße in Ehrenfeld. Begleitet wird sie bei ihren insgesamt vier Deutschlandkonzerten vom Country-Sänger Kyle Daniel und vom Rapper Shy Carter. Wir haben mit Lindsay Ell vor ihrem Gastspiel am Rhein gesprochen. 

Was reizt Sie an der Country-Musik?

Lindsay Ell: Country gehört für mich zu den spannendsten Genres überhaupt. Nirgendwo kann man so gut seine Geschichte erzählen und seine Gefühle vermitteln wie in einem Country-Song. Dabei ist moderne Country-Musik inzwischen weit mehr als nur das Klischee vom Western, das viele Leute damit verbinden. Es ist eine Musik, in der sich auch Rock und Pop widerspiegeln. Das macht das Genre so facettenreich und spannend. 

Wie sind Sie zum Country-Sound gekommen?

Ell: Das begleitet mich schon mein ganzes Leben. Als Kind habe ich mit sechs Jahren zunächst Klavier gelernt. Mit acht Jahren bin ich mit meinem Vater, der selbst Gitarre spielt, zu Country-Bluegrass-Camps gereist. Dort habe ich mit für die Gitarre interessiert und habe auch gelernt, dieses Instrument zu spielen. Es begeistert mich bis heute und ist ein Teil von mir und meines Körpers geworden. Dieser Sound sitzt ganz tief in mir drin. 

Sie leben in Nashville, der Musikmetropole in den Vereinigten Staaten.

Ell: Ja, ich lebe inzwischen seit zehn Jahren in Nashville. Dort gibt es eine tolle Musikcommunity. Die Leute in der Stadt sind sehr offen und haben mich direkt in ihre große Gemeinschaft aufgenommen. Für eine Musikerin gibt es einfachen keinen besseren Ort als Nashville.

Wie entstehen die neuen Songs?

Ell: Das Schreiben von Songs ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden. Ich liebe das. Meist schreibe ich, wenn ich unterwegs bin. Man kann dann gut die Menschen beobachten und die eigenen Erfahrungen beim Reisen in den Liedern verarbeiten. Mir sind die Geschichten der Menschen sehr wichtig und in meinen Stücken versuche ich, diese festzuhalten.

Wie wichtig sind Ihnen die europäischen und die deutschen Fans?

Ell: Ich liebe es, durch Europa zu reisen. Speziell Deutschland hat eine tolle Willkommenskultur. Ich war schon mehrfach dort unterwegs. Die Menschen sind sehr offen für Musik und lieben es, diese live im Konzert zu erleben. Deshalb haben diese Fans einen großen Platz in meinem Herzen. 

Wie war die Erfahrung bei der Tour mit Ben Zucker?

Ell: Ben ist ein großartiger Mensch und Musiker. Seine Band war damals für zweieinhalb Wochen so etwas wie meine Familie. Das war eine wundervolle Erfahrung. Jetzt freue ich mich sehr, wieder nach Deutschland zurückzukehren. 

Wie haben Sie die Jahre mit der Pandemie erlebt?

Ell: Das war für alle Menschen eine außergewöhnliche Zeit. Man musste zu Hause bleiben und hat dabei die Erfahrung gemacht, wie wichtig Familie und Freunde sind. Die Menschen haben in der Pandemie gelernt, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Für mich hat diese besondere Zeit mehr Balance in mein Leben gebracht. 

Was erwartet die Fans beim Konzert in Köln?

Ell: Ich werde bei dem Konzert einige ganz neue Songs präsentieren. Dafür sind die Auftritte in Europa besonders gut geeignet. Darauf habe ich durch die Pandemie sehr lange warten müssen. Ich hoffe, dass das Konzert ein Abend wird, bei dem ich gemeinsam mit den Fans sehr viel Spaß haben werde. 

Kennen Sie Köln auch als Stadt?

Ell: Ja, ich kenne Köln inzwischen ganz gut und mag diese Stadt sehr. Die Menschen, die dort leben, sind sehr leidenschaftlich und offen. Das kommt mir als Künstlerin sehr entgegen und es ist etwas, das ich sehr vermisst habe. Ich will auf jeden Fall auch versuchen, jetzt beim anstehenden Besuch wieder etwas von der Stadt zu sehen.