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Kultur: Das digitale Museum bringt die Kunst nach Hause

Kultur : Das digitale Museum bringt die Kunst nach Hause

Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr gab es bei den Kölner Museen ein breites digitales Angebot für die Zeit, in der die Häuser geschlossen hatten. Auch jetzt vor dem zweiten Lockdown können manche Menschen, die zum Beispiel zur Risikogruppe gehören, nicht mehr wie gewohnt ins Museum kommen.

Beim Wallraf gibt es jetzt gleich zwei neue, digitale Angebote.

Dazu gehört eine App „Kunstfreunde im Wallraf“, die von jungen Leute für junge Leute gemacht worden ist. „Unsere App ermöglicht einen frischen Blick auf den Bestand des Museums. Es gibt vier von Studenten konzipierte thematische Touren durch das Haus, die Brücken zwischen der Kunstgeschichte und der Gegenwart schlagen. Es sind junge Kuratoren, die ihr Verständnis von Kunst in Bild und Ton präsentieren. Die App ist eine dynamisch erweiterbare Plattform. Sie zeigt zum Beispiel mittels Röntgenbildern, das Werk hinter dem Werk, das vom Künstler übermalt worden ist. Die App bringt eine Demokratisierung des Zugangs zur Kunst ist sehr barrierearm“, erläutert Jonas Zimmer, der vonseiten der Kölner Uni die Projektleitung bei der technischen Umsetzung innehatte.

Für die App gab es eine Kooperation zwischen den Freunden des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig mit dem Institut für Medienkultur & Theater der Uni. Für das Projekt führten die Studenten unter der Leitung von Prof. Benjamin Beil sowie Anna Döbbelin und Isabelle Hamm von den Freunden eine Feldstudie durch, bei der sie europweit Museen besuchten und deren digitale Angebote testeten.

Beim neuen virtuellen 360-Grad-Rundgang kann man bequem vom Sofa aus, die Etagen des Wallraf erkunden und einen Blick in alle Ausstellungsräume werfen. Zugang dazu hat man über die Website des Museums. Das Projekt wurde von der Kölner Firma HH-Vision konzipiert. Bei der virtuellen Tour reisen die Besucher vom Mittelalter durch den Barock bis ins frühe 20. Jahrhundert. Dabei begegnen sie Meisterwerken von Lochner, Dürer, Rubens, Rembrandt, Monet oder van Gogh.

Ausgesuchte Highlights werden mit einem Goldrahmen kenntlich gemacht. Hier gibt es Zusatzinfos und zum Beispiel die Chance, Details heranzuzoomen. So kommt man der Kunst deutlich näher als bei einem normalen Museumsbesuch. Dazu kommen Tonbeiträge, Fotos und Filme zum Beispiel von der Restaurierung der gezeigten Werke. Man kann Säle einzeln aufrufen oder wie bei einem Besuch durchwandern. Angezeigt werden per Klick auch die Saaltexte. Navigiert wird der virtuelle Rundgang mit der Maus oder per Klick auf die Navigationsleiste.

„Man kann auch die App und den Rundgang gut miteinander kombinieren“, sagt Museumsdirektor Marcus Dekiert. Sorgen, dass er sich mit den digitalen Angeboten selbst Konkurrenz macht, hat er nicht: „Unser Alleinstellungsmerkmal ist das Original. Nutze ich die App oder den Rundgang weiß ich, was mich erwartet, und bekomme Lust, mir das Original im Museum vor Ort anzusehen. Insofern haben die digitalen Angebote auch eine werbewirksame Komponente.“ Live im Internet kann man über Youtube Vorträge im Haus erleben, so gibt es dort heute eine Veranstaltung zum digitalen Angeboten.

www.wallraf.museum