Das Buch der 111 deutschen Biere

Das Buch der 111 deutschen Biere

Sechs Kölner Biere muss man getrunken haben — darunter auch ein Alt.

Köln. 111 deutsche Biere hat Autor Thomas Fuchs in seinem neuen im Emons Verlag erschienenen Buch ausgewählt. Sie sollte man einmal im Leben probiert haben. Beim Städtevergleich Köln/Düsseldorf hat die Domstadt mit sechs Bieren klar die Nase vorn — aus der Landeshauptstadt wurden mit Uerige und Diebels Alt gerade einmal zwei ausgewählt.

Was das Kölsch angeht, stehen mit Früh, Gaffel, Reissdorf und Mühlen vier Klassiker im neuen Werk. Dazu kommt noch der Tipp des Autors, einmal vor Ort das Päffgen Kölsch zu testen. Bei den Beschreibungen der Biere erfährt der Leser, was Kölsch von anderen obergärigen Biersorten unterscheidet. Beim Verkauf liegen Reissdorf und Gaffel klar vorne. Dabei hat Gaffel einen gewisses Sendungsbewusstsein — dazu zählen die Ständigen Vertretungen in Berlin und Hamburg genauso wie 100 Locations, in denen die Marke auch in New York ausgeschenkt wird.

Mühlenkölsch gehört zu den beliebtesten Bieren Kölns, wenn es um die Pittermännchen geht. Im Buch erfährt man viel über die Geschichte der Kultmarke, die auch schon der frühere US-Präsident Bill Clinton vor Ort in der 1572 erbauten Malzmühle probiert hat. Bei Reissdorf geht es vor allem um das Kölsch-Männchen, das denkmalgeschützt als Leuchtreklame an der Aachener Straße zu sehen ist. Ansonsten hält man sich beim Unternehmen eher mit Werbung zurück. Die Anfänge der Marke gehen zurück ins Jahr 1894, als ein Kölner Uniformschneider seine eigene Brauerei gründete, die heute die Nummer eins in Köln ist.

Interessanterweise ist Köln nicht nur mit dem Klassiker vertreten, sondern auch mit Hellers Alt, das seit Ende 2013 an der Roonstraße gebraut wird und das eines der ersten Bio-Altbiere der Region ist. Als weiteren Tipp gibt es hier noch das Pink Panther, das in der Ehrenfelder Braustelle das Licht der Welt erblickt hat. Im Buch findet sich mit dem Gievitzer Baltic-Alt noch eine weitere externe Version des Altbiers, das anders als das Kölsch überall in Deutschland gebraut werden darf.

Mit dem Schädelbräu Lager findet sind unter den 111 Bieren noch ein weiterer Kölner Exot. Dieses entstammt einer der jüngsten Brauereien im Rheinland und ist ein Kind der beiden Filmemacher und Mediziner Adrian Draschoff und Matthias Piesga. Das Brauen übernimmt bei ihnen an der Körnerstraße natürlich ein zertifizierter Braumeister.

Mit dem Lager kommt ein Bier in die Domstadt, das seinen Platz sonst eher südlich des Mains hat. Schnell hat es das Duo geschafft mit der neuen Marke als Trendbier in die Bars einzuziehen. Ungewöhnlich ist nicht nur der Name, sondern auch die 250 Milliliter-Flasche mit dem knallroten Etikett.

Neben den Kölner Bieren sind vor allem die bayrischen und fränkischen Marken präsent. Dazu kommen auch Massenmarken wie Becks, König Pilsner oder Warsteiner. Außerdem finden sich Kultmarken wie Flens, Astra oder das Rothaus Tannenzäpfle genauso im Buch wie Geheimtipps kleiner und kleinster Brauereien in Deutschland.

Zum Buch: Thomas Fuchs: 111 deutsche Biere, die man getrunken haben muss, Emons Verlag, 240 Seiten, 14.95 Euro.