Rundgang : Mittags fast alleine im Kölner Zoo

Wegen der Corona-Krise ist der Tierpark aktuell für Besucher geschlossen. Wir haben uns für Sie in Riehl einmal umgesehen.

Es liegt an diesem sonnigen und angenehm warmen Mittag eine merkwürdige Stimmung über dem Kölner Zoo. Wo sonst unzählige Kinder und Erwachsene laut lärmend durch den Zoo ziehen und sich für dessen tierische Besucher begeistern, sind jetzt die Wege weitgehend menschenleer. Nur ab und zu begegnet man an diesem Tag einem der Tierpfleger und Gärtner, die ihrer Arbeit nachgehen. Gearbeitet wird auch auf den Baustellen im Zoo. Dazu zählt das Gehege der Tiger, das gerade umgebaut wird.

Bei den Tieren stößt der Reporter, der an diesem Tag in Absprache mit der Zooleitung einen kleinen Rundgang macht, direkt auf Interesse. So blicken die Erdmännchen genauso interessiert in die Kamera wie die Trampeltiere oder die Pinguine. Andere lassen sich an diesem Frühlingstag nicht wirklich stören. Das gilt am Pavianfelsen genauso wie bei den Elefanten oder den Seelöwen, die komplett entspannt in der Sonne liegen.

Seit dem 17. März hat der Kölner Zoo wegen der Corona-Krise seine Pforten für die Besucher geschlossen. Während in anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern viele Tierparks bereits mit Auflagen wieder geöffnet haben, gibt es in Köln derzeit noch keine Anzeichen, dass man in Riehl das Gelände wieder zugänglich machen kann. Dabei muss der Zoo seinen laufenden Betrieb weiter finanzieren, was pro Tag 54.000 Euro kostet. Das betrifft die Kosten für das Personal genauso wie das Futter oder die medizinische Versorgung der Tiere. Einnahmen aus den Eintrittsgeldern gibt es dagegen nicht. Damit ist ein wichtiges finanzielles Standbein des Zoos weggebrochen.

Bei den Elefanten wird Nachwuchs erwartet

Dabei gibt es im Zoo durchaus etwas zu sehen. So hat es in den vergangenen Wochen immer wieder Nachwuchs gegeben. Dazu zählen zum Beispiel die Zicklein von FC-Maskottchen Hennes. Erwartet wird Nachwuchs bei den Elefanten. Die 25-jährige Shu Thu Zar, die 2005 aus Myanmar in den Kölner Elefantenpark kam, ist trächtig. Shu Thu Zar hat in Köln bereits zwei Jungtiere erfolgreich zur Welt gebracht und groß gezogen: 2012 die weibliche Bindi und 2016 den Bullen La Min Kyaw. Beide leben bis heute in der Kölner Gruppe. Vater, wie auch jetzt, ist jeweils der 51-jährige Bindu, der mit 3,15 Schulterhöhe einer der imposantesten Elefantenbullen Europas ist.

Die Elefantengruppe wird sich aber bald wieder verkleinern. Der am 8. April 2011 in Köln als Sohn von Tong Koon und dem zweiten Zuchtbullen Sang Raja geborene Rajendra wird bald in den Zoo von La Tanière in Frankreich ziehen. Er soll dort eine neue Zuchtlinie für die in der Wildnis stark bedrohten Asiatischen Elefanten gründen. Mit Eintreten der Geschlechtsreife verließ Rajendra, wie bei Elefanten generell üblich, die Gruppe der weiblichen Kühe. Fortan bildete er mit Bindu und Sang Raja eine Junggesellengruppe auf der Anlage für Bullen. 2017 kam in Köln letztmals Elefantennachwuchs zur Welt. Damals waren es gleich drei Jungbullen auf einen Schlag: Jung Bul Kne, der inzwischen im Zoo Kopenhagen lebt, Moma und Kitai.