Wirtschaft Bilanz: DEVK-Gruppe wächst über elf Prozent

Köln · Das Kölner Versicherungsunternehmen DEVK blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 zurück: „Die Beitragseinnahmen der DEVK-Gruppe sind um 11,2 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro gestiegen. Damit gehören wird zu den wachstumsstärksten Gruppen in Deutschland“, sagt Vorstandsmitglied Gottfried Rüßmann.

 Die Zentrale des Kölner Versicherungsunternehmens DEVK mit dem markanten Kunstwerk von HA Schult auf dem Dach.

Die Zentrale des Kölner Versicherungsunternehmens DEVK mit dem markanten Kunstwerk von HA Schult auf dem Dach.

Foto: step/Eppinger

Das Gesamtergebnis der Gruppe lag bei rund 113 Millionen (Vorjahr knapp 100) Millionen Euro. Der Jahresüberschuss belief sich auf 79 Millionen (Vorjahr 35) Millionen Euro. Beim Neugeschäft verzeichnete der Konzern mit rund 908 Millionen Euro ein deutliches Wachstum von 8,7 Prozent. Wachstumstreiber waren die aktive Rückversicherung (plus 45 Prozent) sowie das Erstversicherungsgeschäft bei den Kfz-Versicherungen (plus 4,8 Prozent). Bei den Lebensversicherungen verzeichnete man mit minus 0,7 Prozent einen leichten Rückgang, der aber deutlich geringer ausfiel als in der gesamten Branche.

Bei der Schadens- und Unfallversicherung gab es im Kfz-Bereich eine Schadensinflation und veränderte Schadensbilder, auch durch die steigende Zahl von Naturkatastrophen. Extrem gestiegen sind die Kosten für Ersatzteile, die deutlich über der allgemeinen Inflationsrate liegen. So hat sich zum Beispiel eine Kofferraumklappe in den vergangenen zehn Jahren um etwa 95 Prozent verteuert. Entsprechend wurden die Beiträge 2023 um zehn Prozent erhöht, für das laufende Jahr wird mit einer Erhöhung von mehr als zwölf Prozent gerechnet.

Weiter ausbauen konnte die DEVK ihr Rückversicherungsgeschäft „Unsere Rückversicherer haben erstmals ein Prämienvolumen von einer Milliarde Euro überschritten“, sagt Vorstand Bernd Zens. Die Zahl der Kunden erhöhte sich weltweit von 840 auf 955 Kunden in rund 120 Ländern. Deutlich zugenommen haben hier die von Naturkatastrophen verursachten Schäden, insbesondere verursacht durch den Klimawandel.

Beim viel diskutierten Thema, der allgemeinen Versicherungspflicht bei Elementarschäden, lehnt man bei der DEVK eine Einheitsprämie ab. Vielmehr kann man sich eine Pflichtversicherung wie im Kfz-Bereich vorstellen, mit unterschiedlichen Beiträgen je nach Risiko. Das Unternehmen bietet bereits jetzt schon den Naturgefahrenschutz für Wohngebäude und Hausrat obligatorisch an. Er muss vom Kunden aktiv abgewählt werden.

In Köln stehen für die DEVK größere Veränderungen an. Für 200 Milliarden Euro wird die Zentrale in Riehl vor allem energetisch saniert. Die rund 2100 Mitarbeitenden ziehen ab Juli in ein Interimsgebäude im Bereich der Messe in Deutz um. Die Sanierung soll bis 2027/28 abgeschlossen sein. Neuigkeiten zum Architektenwettbewerb für den Hochhausneubau am Riehler Rheinufer will man in den kommenden Tagen bekannt geben.