Rundgang : Auf zur Rodenkirchener Riviera

Rodenkirchen ganz im Süden von Köln ist eine kleine Welt für sich unfd wird gerne schon mal liebevoll das „Dörfchen“ genannt, und das obwohl es das Zentrum des gleichnamigen Stadtbezirks ist.

Man hat ein eigenes Rathaus und mit der Hauptstraße eine eigene Einkaufstraße. Früher verdiente man sich im kleinen Dorf direkt am Rhein das Geld mit Fischfang, Landwirtschaft und dem Anbau von Wein. Beim Spaziergang am Ufer fällt der Blick auf das „Kapellchen“ und die „Alte Liebe“. Gerne verabreden sich Familien auch mal zu einem Strandbesuch – dann geht es zur Rodenkirchener Riviera, die an schönen Sommertagen ein Gefühl wie direkt am Mittelmeer vermittelt.

Zu den Landmarken gehört die markante, grüne Rodenkirchener Brücke. Mit ihr quert die Autobahn A4 den Rhein – einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte der Stadt, bei dem derzeit intensiv über eine Erweiterung um jeweils eine Fahrspur diskutiert wird, was wohl den Abriss der alten Brücke zur folge hätte. Eröffnet wurde die 567 Meter lange Hängebrücke im Jahr 1941.

Nicht weit davon entfernt liegt das rot-weiß gestreifte Bootshaus „Alte Liebe“ - in normalen Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel für einen Kaffee, eine deftige Stärkung oder ein kühles Kölsch. Aktuell ist der Betrieb wegen des Lockdowns eingestellt worden. Das Bootshaus musste auch so schon so einiges überstehen – zwei Brände und eine Kollision mit einem anderen Schiff brachte die „Alte Liebe“ unfreiwillig in die Schlagzeilen.

Zu den gastronomischen Highlights im Kölner Süden zählt auch das Restaurant „Zum Treppchen“, das seine Geschichte bis ins Jahr 1656 zurückverfolgen kann. Errichtet wurde das heutige Haupthaus zunächst als Pferdetränke für die Rheinschifffahrt. Pferde waren damals notwendig, um Schiffe rheinaufwärts fahren zu lassen. 1820 bekam das Treppchen seine Konzession als Gasthaus, dem 1954 ein großer Biergarten hinzugefügt wurde. Leider hat auch dieses Restaurant im Moment noch geschlossen.

Direkt nebenan befindet sich das „Kapellchen“, die frühere Pfarrkirche Alt St. Maternus. Diese gehört zu den 13 kleinen ehemaligen romanischen Dorfkirchen vor der mittelalterlichen Stadtmauer Kölns. Das Mittelschiff stammt wohl aus dem 10. Jahrhundert. Das Seitenschiff wurde im 15., der Turm im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Unweit davon in Richtung Süden erstreckt sich die Rodenkirchener Riviera mit ihren kleinen Stränden, die aktuell allerdings noch teilweise vom Rheinhochwasser überflutet sind. Schöne Plätze für Sonnenhungrige finden sich aber trotzdem.

Beim Rückweg in Richtung Norden zur Haltestelle der Stadtbahn lohnt sich ein kleiner Abstecher auf der Militärringstraße an der Marienburg mit ihrem großen Park vorbei zum Kölner Festungsmuseum. Dieses befindet sich im Zwischenwerk VIII b, einer mächtigen alten preußischen Festungsanlage, die man auch von außen erkunden kann. Das Museum gibt es seit 2004