Serie : Amerikanische Drinks für Europa

Im Dorint am Heumarkt bietet Harrys New York Bar ihren Gästen klassische Cocktails und viele Eigenkreationen.

Harrys New York Bar gehört zu den weltweit bekanntesten Barnamen. Ihren Ursprung hat diese im Jahr 1911, wo sie von einem US-amerikanischen Barkeeper zu Thanks Giving eröffnet wird. Es waren bekannte Cocktails wie der Manhattan aus den Staaten, die für die amerikanische Gemeinde und für europäische Genießer an die Seine geholt wurden. Der Manhattan selbst wurde in den USA erfunden, bekannt wurde er weltweit aber durch Harrys New York Bar. Viele Cocktails wurden aber auch direkt von Harry, dem Barkeeper, in Paris entwickelt und gehören bei vielen Bars rund um den Globus zu den beliebten Klassikern.

Die spezielle amerikanische Art, Cocktails herzustellen, wurde in ganz Europa bekannt. Hinter den Bars lag ein ganz anderes Konzept, als dies hier bislang bekannt war. Hatte die Barszene bis dato einen nicht ganz so guten, meist von Männern und Soldaten geprägten Ruf, kam jetzt eine elegante, von der Jazzmusik geprägte Barkultur nach Europa, an der auch Frauen ihren Spaß fanden.

1974 gab es die erste Harrys
New York Bar in Deutschland

Es dauerte lange, bis das Konzept auch in Deutschland ankam. 1974 eröffnete die erste deutsche Harrys New York Bar in München ihre Pforten. Später gab es solche Bars auch in Berlin, Hannover und Frankfurt sowie in Montreux. Seit 2003 hat die Harrys New York Bar im Köln ihren Sitz. Sie findet sich im Dorint Hotel am Heumarkt.

Zum Konzept gehören neben einer großen Bandbreite an Spirituosen und Cocktails auch Livemusik, die es immer freitags und samstags zu hören gibt. Ab November wird zudem immer donnerstags ein Jazzpianist von der Hochschule vor Ort sein. Dazu kommen verschiedene Afterwork-Reihen wie „Gin & Joy“, wo ein DJ für den richtigen Sound sorgt. Geplant ist außerdem eine Party zu Halloween mit einem Saxofonisten und einem DJ unter dem Namen „Noche de Muerte“.

Das Dorint am Heumarkt ist seit dem vergangen Jahr die Hofburg des Kölner Dreigestirns, eine Verpflichtung auch für die Hotelbar. Zum Sessionsbeginn wird auch ab dem 9. November mit einer Party im Foyer gefeiert. Ansonsten steigt im kommenden Jahr nach der Prinzenproklamation im Gürzenich am 5. Januar regelmäßig freitags und samstags in der Bar und in der Lobby bis Rosenmontag die große jecke Party mit bis zu 900 Gästen. Auftreten werden dann auch wieder zahlreiche kölsche Bands. Im Vorjahr waren das zum Beispiel Miljö, die Funky Marys, die Domstürmer und die Räuber.

Auf der Karte finden sich 40 bis 50 Cocktails. Diese gibt es nicht mehr auf Papier, sondern in der Form eines Tablets mit den passenden Abbildungen. Auch die Speisen in der Bar sind hier vertreten. Bestellt wird aber immer direkt beim Team der Bar. „Wir können aber locker bis 200 Cocktails anbieten und so dem Gast seine Wünsche erfüllen. Da machen wir alles möglich“, sagt Barchef Ehsan Kasem.

Zu den Klassikern von Harrys New York Bar zählen Cocktails wie die White Lady, Bloody Mary oder Sidecar. „Wir führen diese weiter, reagieren aber immer wieder auf aktuelle Trends wie aktuell Cocktails und Longdrinks mit Gin und Wermut. Da entstehen gerade mit mir und meinem tollen Team schon wieder neue Klassiker. Wichtig ist für uns immer die individuelle Beratung des Gastes. Dieser ist sehr offen auch für Neues. Natürlich bekommt er bei uns auch seinen Lieblingscocktail.“

Aktuell gibt es bei Harrys New York Bar 46 verschiedene Gins. Dabei legt man viel Wert auf regionale Spirituosen. „Ein gutes Dutzend der Gins kommt hier aus Köln oder aus der Region. Wir halten immer Kontakt zu den Brennern hier in der Umgebung“, sagt Kasem.

Begonnen hatte er seine Berufslaufbahn mit einer Ausbildung zum Musicaldarsteller. Zuvor hatte er als Schüler aber schon als Aushilfe in einer Bar gearbeitet. „Da war ich 17 und durfte noch nicht an die Cocktails ran, aber ich habe mir jedes Rezept beim Zuschauen genau gemerkt. Mit 21 wusste ich dann, dass Barkeeper mein Beruf ist. Inzwischen habe ich 13 Jahre Joberfahrung.“ Seit Oktober 2018 arbeitet er im Dorint und ein bisschen Show gibt es natürlich auch hinter der Bar.

Als Tipps für Fans der Bar zu Hause sagt er: „Am besten Drinks mit maximal zwei Komponenten auswählen. Das kann ein Ramazzotti Rosato mit Prosecco sein, den man mit Eis und Basilikum aufpeppt. Gin und Cranberrysaft funktionieren ebenfalls sehr gut.“ Bei den alkoholfreien Cocktails empfiehlt der Profi frische Zutaten. „Das ist mehr als nur ein paar Säfte zusammen zu schütten. Gut eigenen sich zum Beispiel selbst gemachte Fruchtpürees und frische Kräuter.“

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