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Kleiderladen: Markenware zu Schnäppchenpreisen

Kinderschutzbund. Das Angebot des Ladens an der Geilenbacher Straße richtet sich an Jedermann.

Burscheid. Sommerzeit, Ferienzeit: Die Leute packen ihren Koffer und plündern den Kleiderschrank. Und wo sie schon einmal dran sind, werden gleich auch alte Sachen aussortiert.

Anders kann sich Klaus Emmers, stellvertretender Vorsitzender des Kinderschutzbundes, die vielen abgegebenen Kleiderspenden nicht erklären. "Wir kommen mit dem Sortieren kaum nach", sagt Eva-Maria Berger, die ehrenamtlich den Kleiderladen des Kinderschutzbundes betreut.

Wegen der Sommerferien ist der Laden derzeit nur mittwochs geöffnet. Bevor Berger und ihre Kolleginnen die Kunden hereinlassen, kümmern sie sich erstmal um die abgegebenen Kleidungsstücke. Winzige Babybodies, Jäckchen und Strampelanzüge sind dabei, Badeshorts, die aussehen als wären sie nie getragen worden.

Auch Markenkleidung ist keine Seltenheit. "Gerry Weber, Esprit, Timberland haben wir hier öfter", sagt Berger. "Wir ersetzen gute Sachen durch noch bessere", erklärt sie das Prinzip des Kleiderladens.

Eine Sammelstelle für abgelegte, olle Klamotten, die keiner mehr tragen will, sei der Kleiderladen nicht. Und das Angebot gelte längst nicht nur für Bedürftige. "Wir richten uns an alle Burscheider und sehen auch, dass hier Leute aus allen Schichten einkaufen", sagt Emmers. Von einem Laden nur für Arme will er nichts hören. "Wir sind einfach ein ganz normaler, günstiger Secondhandladen", betont er.

Von den vielen Besuchern möchte allerdings keiner namentlich als Kunde des Kleiderladens genannt werden. Anonym loben sie jedoch das große Angebot, erzählen, dass auch viele Bekannte hier einkaufen und dass der Laden eine echte Alternative zu anderen Burscheider Geschäften für Kinderkleidung sei.

"Man findet eigentlich immer was", sagt eine junge Mutter, die für ihren Sohn nach einem Rucksack Ausschau hält. "Oft geben wir auch Sachen von uns ab und nehmen neue mit. Das ist wie eine Tauschbörse", sagt sie.

Eine andere Kundin lobt die große Auswahl und erzählt, dass sie regelmäßig vorbeischaue, um zu gucken, was es Neues gibt. Eine dritte Kundin ist zum ersten Mal da und überrascht von der großen Auswahl. Für ihren Enkel will sie einkaufen. Eine große, gut gefüllte Tasche auf dem Boden zeugt davon, dass sie bereits fündig geworden ist.

Ab 60 Cent sind Kinder-T-shirts erhältlich, Strampler kosten maximal 1,50 Euro und Hosen liegen zwischen 1,20 und 3Euro. "Das ist so günstig, das ist mir fast schon unangenehm und ich runde den Endpreis oft auf", sagt die junge Mutter, die neben dem Rucksack auch eine Kappe für ihren Jüngsten erstanden hat.

Wie gut der Kleiderladen angenommen wird, belegen auch die Zahlen. Rund 1000 Euro kommen laut Carmen Lienke-Blumberg, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, monatlich zusammen. Die Einnahmen dienen unter anderem zur Finanzierung der Eltern-Kind-Gruppen oder der Babysitterkurse. "Das Geld aus dem Laden ist ein ganz wichtiges Standbein für unsere Arbeit", betont Emmers.