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IHK: Kein Optimismus bei Unternehmen

IHK : Kein Optimismus bei Unternehmen

Das Konjunkturklima in der Region Köln liegt weiter im negativen Bereich. Auch die Erwartungen der Betriebe für die kommenden zwölf Monate sind weiter zurückhaltend. „Der sommerliche Optimismus mit der Hoffnung auf eine schnelle Erholung ist der Erkenntnis gewichen, dass es nur in kleinen Schritten voran geht und die Situation immer noch sehr fragil ist.

Auf der anderen Seite sehen wir, dass die regionale Wirtschaft sehr schnell wieder anlaufen kann, wenn die Bedingungen stabil sind. Darauf sollten wir uns also mit aller Kraft konzentrieren“, sagt Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln.

Aufgrund der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie und den erneuten Anstieg der Infektionszahlen überwiegen im Herbst die skeptischen Unternehmen. An der Umfrage haben 699 Unternehmen teilgenommen. Seinen Tiefstand hatte der IHK-Konjunkturklimaindikator mit 49,3 Prozentpunkten im Frühjahr erreicht. Im Juni stiegen die Erwartungen und der Indikator kletterte auf 88,1 Prozent. Im Herbst fiel der Indikator auf 85,5 Prozentpunkte und bleibt damit deutlich im negativen Bereich (unterhalb der Null-Linie bei 100 Punkten). Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln, erläutert: „Die Hauptrisiken für die Unternehmen sind die Inlands- und Auslandsnachfrage sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Ohne Planungssicherheit wird keine Erholung möglich sein, dies wird von der Weiterentwicklung der Pandemie abhängen.“

Der Lageindikator ist im Herbst um 9,8 Punkte auf 19 Prozent gestiegen. 38 Prozent der Unternehmen sehen ihr Geschäft in einer schlechten Lage, 19 Prozent bezeichnen die Lage als gut. Im Handel steigt die Bewertung, bleibt aber im negativen Bereich. In der Industrie hat sich die Bewertung verschlechtert, nur die chemische und die pharmazeutische Industrie melden eine minimal bessere Lagebewertung. Im Dienstleistungsbereich sind die Immobilienwirtschaft, das Baugewerbe, die Unternehmensberatungen, Informationswirtschaft und Gesundheitswirtschaft in einer besseren Situation als in der Vorumfrage.

Während die Erwartungen zur Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten in der Sommerumfrage bei plus 9,4 Prozent lagen, sind sie im Herbst auf minus 9,8 Punkte gefallen. 21 Prozent der Unternehmen denken, dass sich die Lage verbessern wird, 30 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Besonders der Fahrzeugbau, die Gummi- und Kunststoffindustrie, die Papier-, Verlags- und Druckindustrie, die chemische und pharmazeutische Industrie, der Maschinenbau sowie die Elektroindustrie sehen optimistischer in die Zukunft. Im Dienstleistungsbereich trifft diese positivere Haltung auf Informations- und Gesundheitswirtschaft zu. Einzel- und Großhandel sind zurückhaltender in ihren Erwartungen als noch im Sommer dieses Jahres.