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IHK: „Kein Betrieb sollte bedroht sein"

IHK : „Kein Betrieb sollte bedroht sein"

Die IHK Köln begrüßt die Soforthilfe von Land und Bund, fordert aber auch weitere Schritte.

„Die Soforthilfen des Landes und des Bundes sind ein wichtiger Schritt, um unseren Mitgliedsunternehmen zunächst das Überleben in der Krise zu ermöglichen. Viele weitere werden folgen müssen“, sagt Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln. Wie drängend die Finanznot in den Betrieben ist, zeigt das Ergebnis einer aktuellen Blitzumfrage: Fast jedes fünfte Unternehmen sieht sich in der Existenz bedroht. „Die Hilfen müssen jetzt auch wirklich ankommen!“ Trotz des großen Verständnisses für alle Einschränkungen und viele Ideen, die Krise zu überbrücken, gehe es für die Unternehmen nicht nur darum, die kommenden Wochen zu überstehen: „Es geht um die blanke Existenz und damit natürlich auch um die vielen gefährdeten Arbeitsplätze.“

Bei der IHK Köln gehen
tausende Anfragen ein

Die Berater der IHK Köln sind täglich mit hunderten von Einzelschicksalen befasst, vom Nagelstudio über Gastronomen bis hin zu Industriebetrieben. Rund 3000 Anfragen sind alleine telefonisch bis Freitagmittag bei der Hotline der IHK Köln eingegangen, die Hilfeseite wird täglich von 5000 bis 6000 Besuchern aufgerufen. Die Soforthilfen werden dabei nach den Erfahrungen der IHK Köln dringend erwartet, die Auszahlung bis Ende nächster Woche ist für viele Selbstständige schon sehr spät, denn Mietzahlungen, Löhne und Kosten für Lizenzen sind zu Beginn des Monats zu leisten. Steuererleichterungen und eine zügige, unbürokratische Kreditvergabe sind weitere dringend nötige Maßnahmen. Rund 15.000 Mitgliedsunternehmen erhalten durch den täglichen Newsletter der IHK Köln die aktuellsten Infos für die regionale Wirtschaft zur Corona-Krise.

Nicole Grünewald zu den weiteren Forderungen an die Politik: „Es gibt mittlerweile wohl kein Unternehmen, das nicht in irgendeiner Weise von der Krise betroffen ist. Unsere Forderung an die Politik ist, dass kein Unternehmen, dass vor der Krise gesund war, durch die Krise in seiner Existenz bedroht wird. Leider ist das schon in vielen Fällen Realität geworden. Das gilt für Selbstständige, kleine, mittlere aber auch die großen Unternehmen, die vielleicht etwas länger durchhalten. Schnelle Soforthilfen sind das Gebot der Stunde und bei den Unternehmen, die sich wegen der Krise durch Kredite Liquidität verschaffen müssen, sollten wir jetzt schon über Schuldenschnitte für Coronakredite nachdenken.“

Die IHK Köln engagiert sich weiter für ihre Mitgliedsunternehmen und intensiviert weiter ihre Beratung für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen. Zu den Soforthilfen von Bund und Land, die seit Freitag beim Land NRW und der Bezirksregierung Köln beantragt werden können, berät die IHK Köln unter Telefon 0221/1640-4444 von 10 bis 18 Uhr. „Mit unserem rund 30-köpfigen Beratungsteam wollen wir das Land unterstützen, auch wenn wir die Anträge selbst nicht entgegennehmen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt.

Zusätzlich bietet die IHK Köln ab sofort von Montag bis Freitag unter der Rufnummer 0221/1640-3333 und unter kug-beratung@koeln.ihk.de ein verstärktes Beratungsangebot zur Kurzarbeit an, um die Arbeitsagenturen in der Region zu entlasten. Wegen der großen Nachfrage nach dieser Stützungsmaßnahme in der Corona-Krise hat die IHK Köln dafür kurzfristig eine Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen in Köln, Brühl und Bergisch Gladbach vereinbart. „Kurzarbeit ist für Unternehmen, die von der Coronakrise betroffen sind, ein effektives und schnelles Mittel zur Stabilisierung“, sagt Reichardt. „In dieser Krisensituation weiten wir deshalb gerne unser Beratungsangebot aus. Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur ist dabei sehr intensiv und hat sich bewährt.“

22 Mitarbeiter der IHK Köln haben sich zuletzt zusätzlich in das Thema Kurzarbeit eingearbeitet und an einer digitalen Kompaktschulung der Arbeitsagentur teilgenommen. Neben der Kurzarbeit-Hotline 0221/1640-3333 und der Nummer für die Liquiditäts- und Soforthilfen 0221/1640-4444 berät die IHK Köln weiterhin unter 0221/1640-1300 zu allen anderen Fragen rund um das Corona-Virus.