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Kartengrüße zum Jahreswechsel

Kartengrüße zum Jahreswechsel

Kunst- und Museumsbibliothek zeigt Karten aus der Sammlung von Barbara und Horst Hahn.

Köln. Die Kunst- und Museumsbibliothek zeigt noch bis zum 14. Januar die Ausstellung „Alle Jahre wieder, Gestaltete Karten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel aus der Sammlung Barbara und Horst Hahn“. Gerade jetzt zum Jahreswechsel ist es eine liebgewordene Gewohnheit, einen Brief oder Kartengruß an Freunde und Verwandte zu senden. Zumeist besorgt man sich etwas Vorgefertigtes im Geschäft.

Horst Hahn hat es in den 60er Jahren anders kennengelernt. Er erhielt im Atelier von Will Thonett, in der Niederichstraße in Köln, privaten Zeichenunterricht und wunderte sich in der Vorweihnachtszeit immer über die Hektik, bis er den Grund der Aktivitäten erkannte. Es wurden Karten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel für Freunde und Bekannte gefertigt. Hierfür wurden Holz- und Linolschnitte gefertigt und gedruckt, Tuschzeichnungen drucktechnisch umgesetzt oder Collagen in Postkartengröße hergestellt.

Will Thonett erzählte Horst Hahn, dass er und seine Studienfreunde diesen Brauch von ihrem Professor Friedrich Vordemberge, der Kölner Werkschule, übernommen und in ihre künstlerische Arbeit integriert hatten. Friedrich Vordemberge war dafür bekannt, dass er seine Studenten, in breitem Kölsch, mit dem Animationsspruch „Ein Maler muß malen, malen, malen“ anfeuerte.

Horst Hahn gefiel die Idee der selbst gefertigten Karten gut und so beschloss er, sie für sich umzusetzen. So konnte er individuell auf ausgesuchte Personen reagieren und auf ein Thema des Zeitgeschehens oder auf ein besonderes Ereignis eingehen. Es gab die Möglichkeit humorvoll, ironisch, hintersinnig oder bezugnehmend auf das Fest zu reagieren. Anfänglich waren seine Grußkarten noch traditioneller gestaltet, entwickelten sich aber mit der Zeit zu einer freieren, teilweise durch Mail Art beeinflussten Form. Die Resonanz — mit ebenfalls selbst gestalteten Karten der Adressaten — auf das Versenden der so entstandenen Karten war zuerst zögernd, aber nach einigen Jahren hatte die selbst gestaltete Karte neue Anhänger gefunden und Barbara und Horst Hahn begannen die Antworten zu sammeln. In der Ausstellung werden gestaltete Karten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel aus über 50 Jahren aus deren Sammlung gezeigt.