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Karneval: Auch der Orient kann jeck sein

Karneval: Auch der Orient kann jeck sein

Der Zauber aus Tausendundeiner Nacht bringt die Katholische Gemeinde zum Singen, Tanzen und Lachen.

Burscheid. Morgenland feierte am Samstagabend. Verschleierte Haremsdamen saßen neben der mit viel Klimpergold verzierten Bauchtänzerin und dem vornehmen, turbanbesetzten Scheich, dessen Schnurrbart immer wieder den Hang hatte, sich selbstständig zu machen.

Das Motto "Tausendundeine Nacht - Lauli singt, tanzt und lacht" wurde von den meisten Gästen des Pfarrkarnevals der Katholischen Gemeinde fantasievoll umgesetzt. In vielen Stunden Vorarbeit hatten die Kolpingfrauen nebst Anhang für die entsprechenden Raumdekorationen vom Wandgemälde bis zum Lampenschmuck gesorgt.

Auch das kompakte Programm wurde (fast) ausschließlich als "Heimspiel" gestaltet. Flexibler Moderator (ab 19.33 Uhr) war Helmut Bollig, trotz Beduinengewand noch leicht zu erkennen an der sportlichen Fußbekleidung.

Aus weiter Ferne angereist und in Burscheid mehr oder weniger irrtümlich hängengeblieben, eröffneten "die Weisen aus dem Morgenland" den Sketch-Reigen, begleitet von einem mit viel Liebe gebastelten Kamel. Auch Orden und Saalraketen gab es reichlich - ob für den gefrusteten Noah (Monika Elbert), die rasante Szene betreffs einer fehlenden Herrenhose (Martina Dürdoth mit Kolping-Kolleginnen) oder das "Rubin-Hochzeitspaar" vom Faschings-Urgestein Hanni und Günter Dreyer.

Der Auftritt der Gast-Gruppe brachte nach der Pause wieder Schwung in den Saal. Die Elektronik der sieben weiblichen "Dhünn-Kosaken" samt musikalischem Coach schien zwar durch die vorangegangenen Auftritten schon etwas abgeschlafft zu sein, was aber keine Auswirkungen auf die Bühnenenergie hatte.

Zu vorgerückter Stunde kam es schließlich zur Kostümprämierung. Da wurde Cordelia Röder als nicht zu übersehende Haremsdame mit ihrem Kostüm voller aufwändiger Accessoires der erste Preis zugesprochen. Zweiter Sieger wurde Thomas Harwardt als orientalischer Herrscher mit Sinn für augenzwinkerndes Beiwerk.

Ebenfalls prämiert wurde die "ägyptische Pharaonin" Maria Simoes-Moreira. Ein Sonderpreis ging an Pfarrer Markus Höyng - Haremswächter in goldenen Spezialpantoffeln. Die immer wieder beliebten Kirchenputzfrauen sorgten für einen heiteren Kehraus.