Kanaldeckel werden mit einem Fräsbohrer saniert

Kanaldeckel werden mit einem Fräsbohrer saniert

Die Firma Shark wendet im Auftrag der Technischen Werke Burscheid ein patentiertes Verfahren an.

Burscheid. Langsam und vorsichtig setzt Michael Storkmann am Mittwoch mit Hilfe eines Krans einen kreisrunden Fräsbohrer auf den Asphalt der L 291 in Massiefen. Der Mitarbeiter der Firma Shark aus Herford prüft, ob das Gerät zentrisch über einer Kanalöffnung steht, die mitten in der Fahrbahn eingelassen ist. Autofahrer umkurven die Baustelle unterdessen und schlängeln sich dicht am Gegenverkehr vorbei.

Die Technischen Werke Burscheid haben das Unternehmen engagiert, um bis zum Freitag insgesamt 17 Kanalschachtabdeckungen zu sanieren. Die Wahl fiel auf Shark, weil die Herforder ein patentiertes Verfahren anbieten. Dieses ermöglicht, dass der Verkehr bereits nach ein bis zwei Stunden wieder über den instand gesetzten Kanaldeckel fahren kann. „Früher hätten wir die Baustelle über Nacht absperren müssen“, erklärt Firmensprecher Klaus Sander. Bis 2001 das Verfahren der Schachtkopfbohrung entwickelt wurde, wurden Kanalöffnungen mit Schneidemaschinen und Presslufthämmern freigelegt, um sie zu sanieren. Solche Arbeiten werden nach etwa 15 bis 20 Jahren an jedem Kanaldeckel nötig, der auf einer stark befahrenen Straße liegt. Die Straßendecke senkt sich über die Jahre immer weiter ab, so dass die Kanaldeckel „in die Höhe wachsen“. In der Folge verursachen darüber fahrende Autos und Lkw Lärm, der Anwohner vor allem nachts stören kann.

Nach etwa zehn Minuten hat sich der Bohrer 30 Zentimeter tief in den Asphalt der L 291 gefräst. Dabei wird die gesamte Zeit über Wasser zugesetzt, damit kein Feinstaub entsteht. Michael Storkmann zieht den Bohrkopf mit dem Kran wieder heraus. Am unteren Ende hängt eine runde Scheibe aus Asphalt, die in ihrer Form an einen Tortenboden erinnert. Den Kanalschacht deckt er mit einer Metallplatte ab, damit niemand in den Schacht stürzen kann. Im Loch auf der Straße liegen nun nur noch einige Steine und Mörtelfragmente, die Storkmann mit einer kleinen Schaufel heraus kratzt und in eine gelbe Kunststoffwanne füllt. Anschließend spritzt er den Rand mit einem Hochdruckreiniger sauber und füllt neuen Mörtel in die Vertiefung. Zudem wird ein vorgefertigter Ausgleichsring aus Beton eingesetzt.

Nach der Sanierung liegt der Kanaldeckel wieder eben im Asphalt. Shark gibt den Technischen Werken Burscheid zwei Jahre Gewährleistung auf ihre Arbeit. Zum Vergleich: Straßen NRW verlangt von Baufirmen bei ähnlichen Projekten eine Gewährleistung von mindestens fünf Jahren. Shark-Sprecher Klaus Sander sieht da kein Problem: „Unsere Arbeit sollte zehn Jahre halten.“

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