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Kampf um das evangelische Profil

Kampf um das evangelische Profil

Nur in neun von 13 Gemeinden des Kirchenkreises Leverkusen wird gewählt. Burscheid gehört nicht dazu.

Burscheid. Die falsche Wahrnehmung ist Gert-René Loerken schon lange ein Dorn im Auge: "Wir werden zu sehr an den Strukturen der katholischen Kirche gemessen", sagt der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Leverkusen. "Dabei wird verwechselt, dass bei uns die Leitung der Gemeinden wirklich in den Händen der Presbyterien und nicht irgendeines Pfarrers liegt."

Diese Struktur empfindet Loerken als ausschlaggebend für "unser evangelisches Profil". Darum habe der Kreissynodalvorstand auch solchen Wert darauf gelegt, dass in den 13 Gemeinden des Kirchenkreises am 24. Februar 2008 wirklich Wahlen stattfinden. In der vergangenen Woche endete nun die Nominierungsfrist für die Kandidatenaufstellung. Das Ergebnis: Nur in neun Gemeinden reicht die Zahl der Kandidaten, um Wahlen durchzuführen. Burscheid zählt zum zweiten Mal in Folge nicht dazu.

Hier wie in Monheim und Rheindorf gibt es nur so viele Kandidaten wie Plätze im Presbyterium; in Wiesdorf ist selbst das nicht gelungen. "Der Bezug des Presbyteriums zur Gemeinde geht verloren, wenn es auf Dauer keine Wahl gibt", befürchtet Loerken. Aber auch er weiß, dass die Suche nach Ehrenamtlichen schwieriger geworden ist: "Die Menschen sind nicht mehr bereit, sich mit Leib und Seele einer Sache auf ewig zu verschreiben - auch, weil niemand mehr sicher sein kann, wo er in zehn Jahren ist. Das heißt aber nicht, dass sie weniger engagiert sind."

"Der Pool der Leute ist nicht unendlich groß", sagt auch Pfarrer Matthias Pausch, Presbyteriumsvorsitzender in Burscheid. Drei der zwölf bisherigen Mitglieder scheiden im Februar aus; schon für sie musste Ersatz gefunden werden. Außerdem habe es innerhalb der vier Jahre seit der letzten Wahl eine große Fluktuation gegeben: "Seit Frühjahr 2004 haben neun Mitglieder gewechselt."

Man habe sich redlich bemüht, eine Wahl zu ermöglichen. "Aber es darf auch nicht der Eindruck entstehen, es sei Aufgabe des Presbyteriums, geeignete Kandidaten zu finden. Das ist die Aufgabe eines jeden Gemeindegliedes."

Loerken wirbt derweil weiter für Wahlen: "Es gibt auch noch die Möglichkeit zur Nachnominierung von Kandidaten."