Kampagne soll Alkoholkonsum aufhalten

Kampagne soll Alkoholkonsum aufhalten

Im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis werden nun vor dem Höhepunkt der Karnevals-Session Plakate und Flyer mit Informationen, Tipps für alkoholfreie Cocktails und Warnungen an die Jugendämter, Schulen und den Einzelhandel verteilt.

Rhein.-Berg. Kreis. Eine neue oder vielmehr eine veränderte Kampagne des Rheinisch-Bergischen Kreises soll Jugendliche über die Gefahren des Alkoholkonsums aufklären. Das Motto: „Tanzen statt Torkeln“. Insbesondere in der Karnevalszeit trinken viele Jugendliche Alkohol, mitunter trinken sie sich bis ins Koma.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes behandelten Krankenhäuser im Jahr 2010 beinahe 26 000 Jugendliche wegen einer akuten Alkoholvergiftung, im Jahr 2000 waren es noch 9 514. „Die Zahl ist zu hoch“, sagte Landrat Hermann-Josef Tebroke am Montag bei der Vorstellung der Kampagne in Odenthal. „Wir müssen den Jugendlichen Alternativen aufzeigen“, sagte er weiter. „Erwachsene müssen zudem mit gutem Beispiel vorangehen.“

Im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis werden nun vor dem Höhepunkt der Karnevals-Session Plakate und Flyer mit Informationen, Tipps für alkoholfreie Cocktails und Warnungen („Alkohol kann Dich blöd/impotent/dick machen) an die Jugendämter, Schulen und den Einzelhandel verteilt.

Die Kampagne besteht seit zwölf Jahren, ist aber peppiger geworden. Und der Einzelhandel zieht mit. Stellvertretend war gestern Thomas Koll vor Ort. Er ist Inhaber eines Supermarkts in Bechen. Seit mehreren Jahren setzt er sich verstärkt dafür ein, dass Jugendliche in seinem Supermarkt keinen Alkohol erhalten.

„Wir haben ein Kassensystem, bei dem die Kassierer beim Kauf von Alkohol bestätigen müssen, dass der Käufer über 18 Jahre alt ist. „Wer keinen Ausweis dabei hat, bekommt auch keinen Alkohol“, sagte Koll. Auf diese Einnahmen sei er nicht angewiesen.

„Wir verteilen an den Einzelhandel wieder Alterskontrollscheiben. Sie sollen insbesondere die kleineren Läden für das Thema sensibilisieren“, sagte der Burscheider Bürgermeister Stefan Caplan (CDU) gestern. Für die Stadt gebe es allerdings keine hohen Fallzahlen schlimmen Alkoholmissbrauchs von Jugendlichen.

Trotzdem sei das Thema Prävention wichtig. „In Burscheid ist flächendeckend in den Kindergärten Prävention betrieben worden“, sagte Jürgen Salewski vom Fachdienst Prävention der Diakonie Wermelskirchen. Das sei sehr wichtig, weil viele Kinder mit Alkohol „runterkommen wollen“. Bereits Kleinkindern müsse man helfen, mit Reizüberflutung umzugehen und Kreativität fördern, so Salewski. Trotzdem sei jede Aktion nur ein Teil in einer Präventionskette.

Mehr von Westdeutsche Zeitung