Jukebox-Night: Das Publikum entscheidet, was gespielt wird

Jukebox-Night: Das Publikum entscheidet, was gespielt wird

Die Besucher sendeten ihre Liedwünsche per Computer. Im Wechsel mit dem DJ spielte die Band Last Order.

Burscheid. Was wäre eine Jukebox-Party ohne Jukebox? Richtig: eine ziemlich öde Veranstaltung. Und da wir mittlerweile im 21. Jahrhundert leben und somit im Zeitalter von Computern und digitaler Musik, hatten die Veranstalter der ersten Burscheider Jukebox-Night den Einfall, das Antiquierte mit dem Zeitgemäßen zu verbinden.

In der Praxis sah das dann am Samstagabend so aus: Die alten Musikautomaten aus den 60er- und 70er-Jahren wurden um einen modernen "Touchscreen" erweitert, mit dessen Hilfe die Gäste in der Schützenhalle ihre Lieblingsstücke per Fingerdruck auswählen konnten.

Für insgesamt 120 Lieder konnte bei der interaktiven Ü30-Party digital abgestimmt werden. Besonders beliebt waren der Michael-Jackson-Klassiker "Billie Jean", "Funkytown" von Lipps Inc. und der 80er-Jahre-Hit "Tainted Love" von Soft Cell. Bei Sonderwünschen kam dann doch noch die analoge Technik zum Einsatz - in Form von Wahlzetteln und Kugelschreibern. Die Songs mit den meisten Stimmen wurden dann vom DJ gespielt.

"Wir möchten den privaten Partykeller in den großen Saal holen", sagte Party-Organisator Ralph Liebig. "Unser Motto lautet: Feiern wie früher." Zur guten Laune trug nicht nur der Leverkusener DJ Joe bei, auch die Grevenbroicher Band Last Order gab sich die Ehre und spielte in Burscheid bereits zum zweiten Mal bekannte Hits.

Ihr Debüt in der Musikstadt hatten die Musiker beim "Kirchenkurvenfestival" im vergangenen August gegeben, das übrigens auch von Ralph Liebig organisiert worden war. Last Order wechselte sich mit dem DJ ab und stand zweimal auf der Bühne. Allerdings wirkte das Konzept an diesen Schnittstellen noch nicht ganz ausgereift: Die unterschiedlichen Erwartungen an Live- und DJ-Musik standen sehr unvermittelt nebeneinander.

Feiern wie früher, das wollten auch Ricarda und Kai Kellermann. Bis vor ihrem Umzug vor zehn Jahren lebten die beiden in Burscheid. Sie nutzten den Samstagabend, um alte Bekannte wieder zu treffen. Natürlich machten auch sie Gebrauch von der Jukebox-Wahl. Sie hatten sich für James Brown und Frankie goes to Hollywood entschieden. "Es ist schon eine interessante Sache, die Musik selbst bestimmen zu können."

Manuela Wadenpohl kannte diese Art der Veranstaltung bereits aus Langenfeld, wo die Jukebox-Night im vergangenen Herbst zum ersten Mal ausgetragen wurde. "Die Stimmung war damals schon super", sagte die Burscheiderin.

Auch Organisator Liebig war mit der ersten Auflage der Jukebox-Night zufrieden. Nach und nach füllte sich die Schützenhalle, in der Hochphase wurden rund 200 Besucher gezählt. Im Herbst soll es eine Fortsetzung geben.

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