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Jugendzentrum: Jetzt schrumpfen die Pläne

Jugendzentrum: Jetzt schrumpfen die Pläne

Alles läuft auf eine Entscheidung zwischen Pavillon und Rundling hinaus.

Burscheid. Wenn sich alle einig wären, wäre alles nicht so kompliziert. Aber die Jury des Architektenwettbewerbs zu einem neuen Jugendzentrum favorisiert die Entwürfe "Riegel" (Planungsbüro Schmitz in Aachen) sowie "Pavillon" (Architekten Miksch + Rücker aus Düsseldorf); die Jugendlichen wollen am liebsten den "Riegel" und zur Not den "Pavillon", aber auf keinen Fall den "Rundling" (Pässler, Sundermann und Partner in Leverkusen); der Arbeitskreis Kinder- und Jugendhilfe votiert mehrheitlich für den "Rundling".

Bei einer Informationsveranstaltung in der Hauptschulaula stellte der Beigeordnete Stefan Caplan am Donnerstagabend die seit Anfang April leicht überarbeiteten Entwürfe noch einmal im Vergleich vor. Inzwischen ist klar, dass sich alle drei Entwürfe nicht für die maximal zur Verfügung stehende Bausumme von 1,3 Millionen Euro realisieren lassen. Wo genau gespart werden soll, muss aber nicht mehr bis zum Ablauf der Antragsfrist für Fördergelder Ende dieses Monats entschieden werden.

Dafür wird in der Ausschusssitzung am 24. Juni jedoch die Entscheidung für einen der drei Entwürfe fallen. Weil er nicht nur mit weitem Abstand bei den Baukosten, sondern auch bei den Folgekosten am teuersten ist, scheint der "Riegel"-Entwurf, obwohl von den Jugendlichen selbst favorisiert, inzwischen weit abgeschlagen. Die notwendige Reduzierung des Raumprogramms um 600Quadratmeter würde wohl den gesamten Entwurf sprengen.

Zur besseren Vergleichbarkeit der Vorschläge wurden nicht nur die Herstellungs-, sondern auch die Folgekosten vorgelegt, zunächst bezogen auf die hochgerechneten Heizkosten pro Jahr. Hier entfaltet der "Rundling" die größten Vorteile. Auch im Vergleich der Hüllfächen liegt er mit 1815 Quadratmetern vorne (Riegel: 2290; Pavillon: 3014).

Die Hüllflächen (also die Addition aller Außenflächen der Gebäude) spielen auch bei der Bewertung der Folgekosten eine Rolle, zum Beispiel bei etwaigen späteren Fassadenrenovierungen, Einrüstungen etc. Ob aber am Ende ausschließlich finanzielle oder auch gestalterische Aspekte und die städteplanerische Einbindung den Ausschlag geben, ist noch offen.

Caplan stellte erstmals auch die bisher innerhalb des Neubaus vorgesehene Gaststätte mit Pächterwohnung wieder zur Diskussion: Die dafür vorgesehenen Kosten sollen sich zwar über die Vermietung wieder refinanzieren, "aber damit haben wir dann für 30 Jahre auch das Vermietungsrisiko". Er habe inzwischen "letzte Zweifel, ob die Gaststättenlandschaft in Burscheid so etwas noch verträgt".