Internet-Steinzeit in Burscheid bald zu Ende

Internet-Steinzeit in Burscheid bald zu Ende

Net Cologne will eine Breitbandversorgung von 90 Prozent der Burscheider Haushalte sicherstellen.

Burscheid. Mit Millionendefiziten hat diese Stadt Erfahrung. 4,3 Millionen Euro sind es im Haushalt dieses Jahres. Für den Antrag auf zusätzliche Mittel aus dem Stärkungspakt gab es daher am Dienstag im Rat auch widerspruchslose Zustimmung.

Zudem sollen ab 2013 Grund- und Gewerbesteuer schrittweise angehoben werden. „Trotz dieser Anstrengungen werden die insgesamt vom Land zur Verfügung gestellten Mittel wohl kaum ausreichen, um die nicht hausgemachte Finanzmisere der Kommunen zu beseitigen“, sagt Bürgermeister Stefan Caplan.

Doch nach zuletzt eher düsteren Haushaltsreden hob er am Dienstag im Haus der Kunst eher die positiven Entwicklungen in der Stadt hervor, die — auch dank der Initiativen Dritter — trotz der finanziellen Dauerkrise bemerkbar sind.

Erstmals wurde dabei öffentlich der Anbieter genannt, der die Stadt aus der Internet-Steinzeit in die Breitband-Zukunft katapultieren soll. Net Cologne will nach Caplans Angaben den bereits begonnenen Ausbau des Glasfasernetzes in diesem Jahr beenden.

„Dann können ungefähr 90 Prozent aller Burscheider Haushalte von einem Internetanschluss mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 50 Megabit pro Sekunde profitieren.“ Für Mai ist eine entsprechende Informationskampagne angekündigt.

Positiv äußerte sich der Bürgermeister auch zum von der Freikirchlichen evangelischen Gemeinde in Angriff genommenen Umbau des denkmalgeschützten Fachwerkhauses in der Weiherstraße. Beim Frühlings- und Familienfest wird die Baustelle öffentlich zu besichtigen sein.

Auch die Überlassung der ehemaligen Kindertagesstätte an der Pastor-Löh-Straße an die Elterninitiative Rasselbande steht nach Caplans Schilderung kurz bevor. Die Stadt sei jedenfalls bereit, das Grundstück auf dem Wege einer Erbpacht zur Verfügung zu stellen. Die Rasselbande muss ihren bisherigen Standort an der Höhestraße in zwei Jahren verlassen.

Die Wohnungsbaugenossenschaft GBS, die von der Stadt die alte Feuerwache an der Bismarckstraße gekauft hat, will das Gebäude in Kürze abreißen. Der Antrag ist bereits genehmigt. Stattdessen sollen dort in direkter Nachbarschaft zur Hauptschule Mehrfamilienhäuser entstehen.

Als weitere Beispiele für sich abzeichnende positive Veränderungen nannte Caplan das frühere Übergangswohnheim im Luisental, das Internat, das betreute Wohnen in der Luisenstraße und den Panorama-Radweg, der am 22. April eröffnet wird.

In diesem Jahr soll das zum Teil noch brachliegende Gelände von Schmitz & Schulte ins Zentrum städtischer Bemühungen rücken. Und weitere altersgerechte Wohnformen müssten etabliert werden, so Caplan, um dem demografischen Wandel begegnen zu können.

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