Immer mehr Schafe fallen der Seuche zum Opfer

Immer mehr Schafe fallen der Seuche zum Opfer

Allein in Rhein-Berg sind in drei Wochen über 200 Tiere verendet. Die Abdeckerfirma kommt nicht nach.

Burscheid. Die Blauzungenkrankheit ist früher ausgebrochen als vor einem Jahr und das Virus scheint aggressiver geworden zu sein: Innerhalb der vergangenen drei Wochen sind im Rheinisch-Bergischen Kreis 204 Tiere verendet, zum überwiegenden Teil Schafe, aber auch vereinzelt Rinder. Und die Beseitigung der Tierkadaver ist kaum noch zu bewältigen.

Mittlerweile war auch das zweite Lamm von Elke H. der Seuche zum Opfer gefallen, das dritte starb am vergangenen Wochenende. Die übrigen drei hat die Züchterin vorsorglich schlachten lassen.

Für Kreisveterinär Thomas Mönig ist der lange Zeitraum bis zum Abholen der verendeten Tiere in der jetzigen Situation nichts Ungewöhnliches: "Seit 14 Tagen haben wir auch im Kreisgebiet massive Todesfälle. Jeden Tag erreichen uns positive Befunde." Die beauftragte Tierkörperverwertungsanstalt Saria mit Sitz in Unna-Lünen "schafft schon Höchstleistungen".

Eine Einzugsbereichsverordnung regelt die Zuständigkeiten der Abdeckereien. Saria ist für zwei Drittel des Landes Nordrhein-Westfalen verantwortlich. "Und zurzeit bewältigt die Firma etwa das Vierfache der sonst üblichen Menge", sagt Mönig.

Dabei müssen die Abholer noch zwischen Tieren, die sofort beseitigt werden können, und Tieren, die noch untersucht werden müssen, unterscheiden. Auch für Rhein-Berg übernimmt das Veterinäramt Unna den notwendigen Virusnachweis. Der ist auch wichtig, um entsprechende Entschädigung durch die Seuchenkasse zu bekommen, die bei der Landwirtschaftskammer angesiedelt ist.

"Ich frage mich, was die noch untersuchen wollen", schimpft Elke H. angesichts der nach kurzer Zeit schon eingesetzten Verwesung der nicht abgeholten Kadaver. Ihre Aufmerksamkeit gilt jetzt ihren verbliebenen vier ausgewachsenen Schafen. Manche zeigen auch schon Schwächeanzeichen. Aber im vergangenen Jahr hat H. es immerhin geschafft, ein erkranktes Tier durchzubringen und wieder aufzupäppeln.

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