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Im Wald kann es gefährlich werden

Im Wald kann es gefährlich werden

Der schwere Schnee erhöht die Unfallgefahr für Autofahrer und Spaziergänger. Auch Räumungen werden verschoben.

Burscheid. Zwar hat der Schneefall schon am Sonntagabend aufgehört. Die Folgen des massiven Wintereinbruchs waren aber zu Wochenbeginn noch überall spürbar.

Die Feuerwehreinsätze wegen umgestürzter oder umsturzgefährdeter Bäume zogen sich noch bis Montag zum frühen Nachmittag hin. Die Schneelast und die damit verbundene Unfallgefahr führten im gesamten Nordkreis zu Straßensperrungen. In Burscheid war die L 294 (Dabringhausener Straße) zwischen Hilgen-Dünweg und Dabringhausen betroffen. In Leichlingen wurden die L 427 über Wupperhof und die Glüder Straße in Witzhelden sowie die K 9 in Bremersheide gesperrt. Auch in Wermelskirchen kam es zu Sperrungen.

Womöglich werden die Sperrungen noch länger andauern. "Wo Bäume umgestürzt sind, muss zum Teil auch die Räumung verschoben werden, weil die Eigengefährdung zu groß ist", sagt Polizeisprecher Peter Raubuch. Auch vom normalen Waldspaziergang raten die Experten von Polizei und Forstamt derzeit ab. Zu schwer ist der Schnee, zu groß die Gefahr des Astbruchs.

Im Dauereinsatz waren am Montag die Dachdecker, um Flachdächer von der Schneelast zu befreien. Die Max-Siebold-Halle in Hilgen konnte erst Montagnachmittag ab 17 Uhr wieder bespielt werden, die Schulberghalle wird sogar erst am Dienstag wieder freigegeben. Auch das Dach der Fahrzeughalle an der Feuerwache in der Innenstadt musste geräumt werden.

Kreisweit wurden witterungsbedingt bis Montag knapp 20 Unfälle registiert, vier davon in Burscheid. Hier blieb es ausnahmslos bei Sachschaden in einer geschätzten Gesamthöhe von knapp 15 000 Euro.

Die Burscheider Fahrschüler waren am Montag aufgeschmissen. Das Busunternehmen Latzel in Hilgen nahm den Schulbusverkehr wegen der Straßenlage nicht auf. Die Hauptschule stellte ab 9.30 Uhr den Unterricht für die wenigen erschienenen Schüler ein. Wer nicht nach Hause konnte, wurde aber betreut. Auch an der Realschule passierte nach der zweiten Stunde nichts mehr.

Die Grundschulen stellten das Erscheinen ihrer Schüler in das Ermessen der Eltern. Auf der Höhestraße entstand vor der Montanusschule schon früh ein Verkehrschaos, weil Zufahrt und Lehrerparkplatz nicht geräumt waren und Lehrer wie Eltern keine Parkmöglichkeit fanden. Mit vereinten Kräften wurde alles freigeschaufelt und Autos in die freien Ecken geschoben.

In Dierath erschienen nach Schätzung von Schulleiterin Nicole Gatz etwa zwei Drittel der Schüler. Auch an der EMA-Schule in Hilgen gab es Unterricht, auch wenn das Kollegium teils große Schwierigkeiten hatte, die Schule zu erreichen. Leiterin Veronika Sommerfeld musste selbst mit dem Taxi kommen, weil ein Verlassen des eigenen Grundstücks mit dem Pkw unmöglich war. Sommerfeld lobte aber vor allem den Einsatz der Kinder. So brachen in Steinrütsche oberhalb der Brucher Mühle Grundschüler morgens um 7 Uhr auf und stapften durch den Schnee, um pünktlich eine Stunde später die Hilgener Grundschule zu erreichen.